Fahrgäste ohne Ticket müssen in „blauer Zone“ Strafe zahlen
Zusätzlich zu den Markierungen werden auch Hinweise auf Augenhöhe bei Ticket-Automaten und Entwertern angebracht.
So mancher Fahrgast hat sich im vergangenen November über die blauen Bodenmarkierungen mit der Aufschrift „Ticket-Zone“ am Westbahnhof gewundert. Die Folien wurden anschließend wieder abgenommen. Nun wird das Projekt erneut ausgerollt: An zwölf Stationen werden die Aufkleber angebracht.
Die Markierungen sollten die Wienerinnen und Wiener – besonders aber die Touristen – darauf aufmerksam machen, dass sie sich hinter den Ticket-Entwertern nur mit einem gültigen Ticket aufhalten dürfen.
Das war zwar immer schon so (an den Regeln hat sich also nichts geändert), die Wiener Linien wollten aber noch deutlicher aufzeigen, wo der öffentliche Durchgang endet und der Bereich der Wiener Linien beginnt. „Großflächige Bodenmarkierungen sorgen dafür, dass alle Fahrgäste genau wissen, wo sie ein gültiges Öffi-Ticket brauchen und sich den Ärger einer Mehrgebühr ersparen“, sagte eine Sprecherin der Wiener Linien zum KURIER.
Strafe von 135 Euro
Seit 1. Jänner diesen Jahres beträgt die Strafe bei sofortiger Zahlung 135 Euro, per Erlagschein müssen Schwarzfahrer 145 Euro zahlen. Die erste Station, an der bereits Mittwochnacht die Ticket-Zone-Aufkleber langfristig am Boden angebracht wurden, ist der Hauptbahnhof. Nach und nach werden die Sticker nun auch in elf weiteren Stationen sichtbar, etwa am Praterstern, am Schwedenplatz oder am Karlsplatz. Auch in Meidling sowie Hütteldorf sollen die Bodenmarkierungen angebracht werden.
Auswahl-Kriterien
Ausgewählt wurden jene Stationen, wo viele Touristinnen und Touristen unterwegs sind sowie auch Stationen, die gerne als unterirdische Abkürzungen verwendet werden, heißt es von den Wiener Linien.
Pilotprojekt für zwei Wochen
Für zwei Wochen wurde das Pilotprojekt der Markierungen im November vergangenen Jahres gestartet. Folien mit einer entsprechenden Aufschrift waren am Boden vor den sogenannten Entwertersperren zur U3- und U6-Station angebracht. Auch eine Befragung der Fahrgäste wurde damals durchgeführt. Erhoben worden ist dabei die Verständlichkeit sowie die Wahrnehmung und Wirksamkeit der Bodenmarkierungen. „Außerdem wurde getestet, wie gut die Folien am Boden haften“, hieß es.
Auch Kontrollorinnen und Kontrolleure wurden nach ihren Meinungen gefragt: Sie fanden die Bodenmarkierungen in ihrer „täglichen Arbeit ebenfalls hilfreich, um zu verdeutlichen, wo ein gültiges Ticket benötigt wird“. Über 98 Prozent der Kontroll-Mitarbeiter hätten die Maßnahme laut Wiener Linien positiv bewertet. Der Begriff „Ticket Zone“ funktioniere außerdem sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch, betonte man bei den Verkehrsbetrieben.
Personal
Bis zu 100 Kontrollorgane sind täglich im gesamten Netz der Wiener Linien im Einsatz.
3,5 Millionen
Fahrgäste wurden im Vorjahr von Mitarbeitern der Verkehrsbetriebe überprüft. 96,6 Prozent konnten ein gültiges Ticket vorweisen, 3,4 Prozent hatten keines oder ein falsches.
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