Den 18er in freier Wildbahn beobachten: Probefahrten im Prater
Zwischen den Bäumen im Prater sind Wildtiersichtungen gar nicht so selten. Rehe und Eichhörnchen zum Beispiel kann man recht regelmäßig beobachten. Für Aufmerksamkeit sorgen sie längst nicht mehr. Die gehört jetzt nämlich viel eher einem ganz neuen Bewohner der Grünfläche: der 18er-Bim.
Seit einigen Wochen quert die neue Linie den Prater über die Stadionallee. Derzeit allerdings noch ohne Passagiere. Denn die neue Strecke ist – auch wenn es anders aussieht – noch nicht ganz fertig. Erst kürzlich wurden die letzten Details bei den neuen Stationen fertiggestellt. Mittlerweile werden mit der Straßenbahn schon erste Probefahrten absolviert, wie die Wiener Linien berichten.
Zeitplan hält
Gesichtet wurden von Interessierten – die sich im Prater auf die Pirsch legten und deren Fotos anschließend im Internet veröffentlicht wurden – sowohl Straßenbahnen der Type E2, ULF als auch Flexity-Züge.
Die Stadionbrücke wurde saniert. Künftig gibt es dort auch Gleise.
Scheint also, als ob der Zeitplan, die Straßenbahn im Herbst rund um den Schulanfang in Betrieb zu nehmen, halten würde. Von den Wiener Linien heißt es dazu: „Das Projekt läuft nach Zeitplan. Die Arbeiten schreiten planmäßig voran.“ Und weiter: „Die Inbetriebnahme der verlängerten Linie 18 ist weiterhin, wie angekündigt, für Herbst 2026 vorgesehen.“
Stadionbrücke saniert und umgestaltet
Der Weg dahin hat schon Anfang des Vorjahrs begonnen: Im ersten Schritt wurde die Stadionbrücke saniert, die von der Landstraße über den Donaukanal in die Leopoldstadt führt. Dabei wurde der Platz auf der Brücke neu aufgeteilt, um die neuen Gleise unterzubringen. Außerdem soll dort noch ein 3,8 Meter breiter Zwei-Richtungs-Radweg und einen 2,5 Meter breiter Gehsteig entstehen. Um für all das Platz zu schaffen, fallen gleich mehrere Fahrstreifen weg. Künftig werden in Richtung Leopoldstadt nur noch einen und in Richtung Landstraße nur noch zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Die Arbeiten auf der Brücke sind aber noch nicht beendet.
Die eigentlichen Gleisbauarbeiten für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 sind dagegen schon so gut wie abgeschlossen.
Die neue Bimlinie soll künftig Erdberg mit dem Prater verbinden. Von der Schlachthausgasse bis fast zur Donau wurde die Strecke verlängert (siehe Grafik). Insgesamt 3,1 Kilometer neue Gleise wurden dafür verlegt und sieben neue Haltestellen errichtet. Eine davon, der Ludwig-Koeßler-Platz wird derzeit sogar schon angefahren, dort befindet sich nun eine neue Umkehrschleife. Bis Fahrgäste auch die restlichen neuen Stationen benutzen können, dauert es allerdings noch ein bisschen.
87 Millionen Euro
Die Linie 18 wird künftig übrigens im Bereich der Stadionallee und der Meiereistraße die Strecke der Buslinie 77A übernehmen. Einige Parkplätze auf der neuen Strecke seien gestrichen worden, teilweise sei von Schräg- auf Längsparkplätze umgestellt worden. Die Projektkosten belaufen sich auf 87 Millionen Euro. Darin enthalten ist auch die Anschaffung von vier neuen Flexity-Zügen, heißt es von den Wiener Linien.
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