Chronik | Wien
23.07.2018

Wiener Baustellensommer: "Diese Baustelle wird der Hammer"

Stau. Während in der City und im Osten Wiens EU-Politiker tagen, regieren im Westen der Stadt die Bauarbeiter.

Ab kommenden Montag müssen viele Autofahrer in Wien wieder mentale Stärke beweisen: Seit Montag ist eine Spur am Ring abschnittsweise zwischen Stadtpark und Urania gesperrt. Im heuer ohnehin schon Baustellen-geplagten Westen der Stadt wird für zirka drei Wochen eine Sperre des Äußeren Neubaugürtels für massive Verkehrsbehinderungen sorgen. „Diese Baustelle wird der Hammer, das ist klar. Die Arbeiten werden aber nur zweieinhalb bis drei Wochen dauern. Mein Appell an die Autofahrer ist, den Bereich wenn möglich großräumig zu umfahren“, sagt Baustellenkoordinator Peter Lenz. Den Termin der Bauarbeiten haben übrigens die Heavy-Metal-Band Judas Priest und Schmuse-Sänger Justin Timberlake zu verantworten, wie Lenz erklärt: „Wir haben darauf geachtet, die Bauarbeiten zwischen diese zwei Konzerte in der Stadthalle zu legen, weil mit einem großen Fan-Ansturm zu rechnen ist. Außerdem sind diese Wochen erfahrungsgemäß die verkehrsschwächsten des Jahres.“

Peter Lenz wird die Arbeiten ab Montagfrüh überwachen und beispielsweise bei Markierungen nachbessern. Dieses Vorgehen hätte auch schon bei der nächsten Großbaustelle der Stadt zu einer Entspannung der Verkehrssituation geführt: „In der Hadikgasse gab es große Probleme. Mittlerweile hat es sich aber eingespielt.“

Kein Chaos in Währing

Alle Baustellen, die es derzeit in Wien gibt, würden laut Lenz planmäßig ablaufen. Bei der Währinger Straße würde es sogar schneller voran gehen als geplant und auch das befürchtete Verkehrschaos sei bisher ausgeblieben. Mit dieser Aussage zum Positiv-Beispiel Währinger Straße, kontert Lenz der Kritik des ÖAMTC bezüglich der Gürtelsperre. „Wir haben davon über eine Aussendung der Bezirksvorstehung Rudolfsheim erfahren und waren ganz erstaunt“, sagt ÖAMTC-Jurist Nikolaus Authried. Kritik äußert der Mobilitätsklub auch an der Umleitung. „Die Umfahrung über die Tannengasse ist aus unserer Sicht suboptimal. Für den Kfz-Verkehr wird dadurch eine Umleitung von einem Kilometer geschaffen“, sagt der Experte. Laut Authried könnte der Verkehr auch über die Löhrgasse – die erste Seitengasse beim Neubaugürtel – geführt werden. Warum dies nicht geschehen wird, ist laut ÖAMTC mit „sachlichen Gründen“ nicht argumentierbar.

Im Zusammenhang mit der Gürtelsperre gibt es auch gute Nachrichten. Obwohl Gleisbauarbeiten der Grund für die Sperre sind, werden die Straßenbahnen in diesem Bereich weiterhin fahren. Routine-Betrieb wünschen sich auch viele Fahrgäste der U4. Auf der grünen Linie sind derzeit die Station Roßauer Lände in Fahrtrichtung Hütteldorf und beide Fahrtrichtungen zwischen Spittelau und Heiligenstadt gesperrt. Vor allem letztere Baustelle bedeutet Verzögerungen. Die Linie auf nur einem Gleis zu betreiben, wäre aus Sicherheitsgründen nicht möglich: „Wir müssen für die Arbeiten den Strom auf den Gleisen abstellen. Um alles effizient zu bearbeiten, werden auch die Bahnsteige modernisiert“, sagt der Sprecher der Verkehrsbetriebe, Michael Unger. Auch diese Baustellen seien im Zeitplan.