Salto rückwärts: Diese Sparmaßnahme der Wiener Bäder wurde geändert
Die Wiener Bädersaison startete am 2. Mai mit einem verbalen Seitenhieb: „Während vielen Bädern in anderen österreichischen Gemeinden das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht, garantieren wir in Wien trotz angespannter Budgetlage auch 2026 den Betrieb aller städtischen Standorte“, verkündete SPÖ-Bäder-Stadtrat Jürgen Czernohorszky. Dabei steht bekanntlich auch der Stadt Wien (und den Sommerbädern) das Wasser mindestens schon bis zur Brust – weshalb heuer 2,3 Millionen Euro eingespart werden sollen. Und zwar mit „durchdachten Maßnahmen“, wie es hieß.
Allerdings wurde eine dieser Maßnahmen nun schon wieder geändert, weil sie wohl doch nicht ganz so „durchdacht“ war.
Konkret geht es um den Zutritt zu vier Kombibädern (Simmering, Ottakring, Großfeldsiedlung, Donaustadt): Dort war der Eintritt zum Saisonstart nur noch via Freibadbereich möglich und nicht mehr auch via Schwimmhalle. Wer dann innen schwimmen wollte – etwa wie derzeit bei Schafskälte – musste sich in den Außenanlagen umziehen und dann mit Badekleidung den Weg in die Schwimmhalle antreten. Dieses neue Prozedere brachte langjährige Badegäste aber regelrecht auf die Palme, wie sie dem KURIER schilderten: Abgesehen davon, dass dieses Hin- und Hergehen über Stufen in Badeschlapfen speziell für ältere Personen „sehr mühsam“ sei, sei es in den Außenumkleiden dann natürlich ungemütlich, weil zu kalt. Und: „Es gibt dort auch keine Haartrockner. Man muss also bei Schlechtwetter mit nassen Haaren heimfahren“, wurde kritisiert.
Auch weil es laut Bäder-Sprecher Martin Kotinsky 90 Beschwerden zu dieser Änderung gegeben habe, kam es mittlerweile zu einem Salto rückwärts: Seit Mitte Mai werde daher „bei Schlechtwetter auf die Umkleidemöglichkeit in der Schwimmhalle umgestellt“, so Kotinsky. Damit gelte dann wieder das alte Modell: Der Eingang ist via Halle möglich, zugleich könne man sich via Terrassenausgang im Freibad abkühlen. „Gleichzeitig bleibt der Freibadeingang geöffnet.“
„Gäste mit Verständnis“
Bei den anderen Sparmaßnahmen (wie Familienbäder-Öffnung im Juni erst ab 13 Uhr und Sauna-Schließungen im Sommer) gebe es indes „nur vereinzelte Beschwerden“. „Uns ist bewusst, dass diese Anpassung für manche als störend empfunden wird. Wir freuen uns aber, dass die allermeisten Badegäste Verständnis dafür haben und unser Angebot offenkundig trotz mancher Veränderungen genießen“, so Kotinsky. So habe der Mai mit 235.310 Besuchern ein Plus von 116 Prozent gebracht. Allerdings: Der Mai 2025 war einer der schlechtesten überhaupt – weil verregnet.
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