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Chronik Wien
11/12/2019

Wien will sechs Mal an die Weltspitze

SPÖ-Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke legt nach 6.700 Arbeitsstunden sein Zukunftspapier vor. Der Wahlkampf kann kommen.

von Christoph Schwarz

Wüsste man es nicht besser, könnte man glauben, Peter Hanke habe gerade sein eigenes Wahlprogramm vorgelegt. Der Wiener Wirtschaftsstadtrat trat am Dienstag vor die Medien, um seine Wirtschaftsstrategie 2030 zu präsentieren. Und die kommt üppig daher.

Seit Monaten arbeitet der SPÖ-Stadtrat mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und vonseiten der Sozialpartner an dem Konzept (der KURIER berichtete exklusiv). Jetzt ist es fertig.

Exakt 224 Personen seien eingebunden gewesen, 6.700 Arbeitsstunden habe man investiert, so Hanke. Ergebnis ist eine knapp 40-seitige Broschüre, in der Hanke die aus seiner Sicht wichtigsten Zukunftsthemen gesammelt hat.

Sechs Spitzenthemen

Insgesamt 100 konkrete Vorhaben sind geplant. Konzentrieren will sich Hanke dabei auf sechs Spitzenthemen, in denen Wien „auf dem Weg zur Weltspitze sei“, so Hanke. „Das Fundament ist ein gutes“, versicherte er – und meinte damit nicht zuletzt „sein“ Budget 2020, das er vor zwei Wochen vorgelegt hat.

Welche aber sind nun die sechs Themen?

Gestärkt werden solle erstens der Medizin- und Life-Science-Bereich. Immerhin sei Wien schon jetzt eine „Gesundheitsmetropole“.

Der Bereich bringe im Jahr 12 Milliarden an Umsätzen – und sei damit (ge-)wichtiger als der Tourismus, so Hanke. Nun wolle er etwa den Aufbau einer eigenen Zulassungsstelle für Medizinprodukte vorantreiben.

Widmen will sich Hanke (zweitens) auch der Produktion in der Stadt: Diese weiter zu stärken, sei wichtig für die Wertschöpfung. Eine Standortkampagne („Made in Vienna“) soll dabei helfen.

Sichere Digitalisierung

Drittens: Wien als Stadt der internationalen Begegnung positionieren. Seit Amtsantritt wirbt Hanke aktiv um internationale Unternehmen (zuletzt etwa rund um den Brexit).

Insgesamt haben bereits jetzt 220 internationale Firmen ihren Hauptsitz hier aufgeschlagen. Hanke will jetzt ein „Business Immigration Center“ einrichten.

Auch die Digitalisierung soll – viertens – vorangetrieben werden. Anders als in anderen Ländern solle dabei in Wien aber „der Mensch im Mittelpunkt stehen“, sagt Hanke. Was das heißen soll? „Ein ordentlicher, sicherer Umgang mit Daten.“

Auch die Kultur und Kreativbranche will Hanke – fünftens – weiter forcieren.

Die Smart City

Das sechste Thema: Die „Smart City“ – eine Stadt, die mit neuen Technologien auf die wachsenden Probleme des städtischen Raums reagiert. Augenmerk will man auf die Themen Wohnen, Verkehr und Klima legen.

Schützenhilfe kam hier von den Unternehmensberatern von „Roland Berger“: Sie präsentierten am Dienstag eine vergleichende Studie über Smart-City-Konzepte in 153 Städten. Wien belegt den ersten Platz – unter anderem vor London und diversen asiatischen Großstädten.

Wien hat nicht für das Ergebnis bezahlt“, merkte Roland-Berger-Chef Roland Falb während der Pressekonferenz gleich mehrfach (ungefragt) an. Wohl, um ungläubigen Blicken zuvorzukommen.

"Stolz auf Wien"

Fazit? Hanke hat eifrig wahlkampftaugliche Themen gesammelt – von Wohnen über Zuzug und Standort bis hin zu Verkehr und Klima. Wie die Umsetzung klappt, bleibt nun abzuwarten.

Übrigens: Auch eine Videoserie soll die Bemühungen begleiten, das Image der Stadt weiter zu „befeuern“. Titel: „Stolz auf Wien“. Auch das klingt nach einem passablen Wahlkampfslogan.

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