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Umweltfreundlicherer Wirtschaftsverkehr: Wien legt Strategie vor

Stadt, Wirtschaftskammer und Wiener Stadtwerke haben einen gemeinsamen Plan erarbeitet – mit dem Ziel, den Wirtschaftsverkehr zu verbessern.
Ein Schild zeigt den Beginn einer Grätzl-Ladezone mit eingeschränkten Haltezeiten in Wien.

Der Wirtschaftsverkehr in Wien macht rund 20 Prozent aus, also ein Fünftel des gesamten städtischen Verkehrs. Ideen für effizientere Steuerung, CO₂-freie Zustellung und ineinandergreifende Logistik gab es in der Vergangenheit bereits einige. „Bislang hat aber jeder Player für sich die beste Lösung gesucht“, sagt Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). 

Doch jetzt gibt es erstmals eine Gesamtstrategie für nachhaltigen Wirtschaftsverkehr, der gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien (WKW), den Wiener Stadtwerken und den Wirtschaftstreibenden Wiens erstellt wurde. Die Details liegen dem KURIER vor. 

Vergangene Woche ist der „Masterplan Urbane Logistik“ im zuständigen Ausschuss beschlossen worden. Damit hätte man nun „eine gute Basis für eine klima- und zukunftsfitte Logistik“, sagt Sima. Das sei unerlässlich, denn „moderne Städte brauchen eine moderne Logistik“, wie WKW-Präsident Walter Ruck ergänzt.

Man habe sich auf das 3-V-Prinzip verständigt: Vermeiden, Verlagern, Verbessern. Konkret bedeutet das, dass Verkehrswege, die nicht zwingend erforderlich sind, vermieden werden, verbleibende Wege auf nachhaltige Transportmittel verlagert werden und im Sinne einer umweltfreundlichen Logistik verbessert werden sollen.

Stark eingebunden sind die Wiener Stadtwerke. „Mit Lösungen unserer Unternehmen wie Wien Energie und WienIT bringen wir konkrete Services in die Umsetzung des Masterplans ein“, so die stv. Generaldirektorin Monika Unterholzner.

Eckpunkte

Damit die Vorhaben auch wirklich vorangetrieben und tatsächlich umgesetzt werden, soll eine Koordinationsrolle innerhalb der Stadt Wien etabliert werden, die den Wiener Stadtwerken kooperiert.

  • Die „letzte Meile“: Der finale Abschnitt beim Warentransport soll umweltfreundlicher werden. Die Stadt Wien will darum auf der sogenannten „letzten Meile“ den Gebrauch von leiseren und flächeneffizienteren Fahrzeugen forcieren. Der Einsatz von (E)-Lastenräder oder vergleichbaren Fahrzeugkonzepten soll ermöglicht und gefördert werden.
  • Hausschlapfen-Radius: Die Stadt Wien unterstützt die Stadtwerke bei dem Aufbau eines dichten Netzes von betreiberunabhängigen „Paketboxen“. Diese sollen öffentlich zugänglich und rund um die Uhr nutzbar sein – und im Idealfall auch im sogenannten „Hausschlapfen“-Radius erreichbar sein. Damit sollen fehlgeschlagene Zustellversuche und unnötige Leerfahrten vermieden werden, was zu weniger Verkehr und Emissionen führen soll.
  • Zero Emission Zones: Emissionsfreie Zonen sollen in Zusammenarbeit mit den lokalen Wirtschaftstreibenden geprüft werden. Dafür seien aber Anpassungen bundesgesetzlicher Regelungen notwendig.
  • Bezirkslösungen: Für Gebiete mit besonderen Herausforderungen in der Logistik sollen räumlich abgegrenzte Konzepte (in enger Abstimmung mit den Bezirken) erarbeitet werden. Als „Leuchtturmprojekt“, wie es bei der Stadt heißt, soll in den nächsten Jahren ein Bezirkslogistik-Konzept für den ersten Bezirk erarbeitet werden.
  • Ladeinfrastruktur: Um die Fuhrparks im Logistikverkehr von fossilen auf alternative, emissionsfreie Antriebe umzustellen, braucht es genug Lademöglichkeiten. Da gibt es noch Aufholbedarf. Da gibt es noch Aufholbedarf. Der weitere Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur werde darum weiterverfolgt.
  • Ladezonen: Ausgewiesene Ladezonen sollen künftig effizienter genutzt werden. Ziel sei es, durch bessere Möglichkeiten zur Routenplanung für Dienstleister das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Damit soll gleichzeitig das Falschparken in zweiter Reihe sowie auf Rad- und Gehwegen zu vermieden werden . Durch eine multifunktionale Nutzung der Ladezonen sollen außerdem auch Anrainer kurze Ladetätigkeiten unkompliziert durchführen können.

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