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Wien und das Welterbe: Der Weg nach Busan

Am 21. Juli soll in Südkorea die Debatte über den Verbleib Wiens auf der Roten Liste auf der Tagesordnung stehen. Die Vorbereitungen laufen.
Wave-like clouds appear over Busan's Gwanganri Beach

Die südkoreanische Stadt Busan war bis dato vor allem Film-Fans ein Begriff. „Train to Busan“ lautet der Titel eines – ebenso erfolgreichen wie hervorragenden – Zombie-Films aus 2016. Jetzt, zehn Jahre später, könnte die Stadt für Wien darüber hinaus eine besondere Bedeutung erlangen.

Ab 19. Juli findet in Busan die Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees statt, bei der Stadt- und Bundesregierung erwirken wollen, dass die Institution das historische Zentrum Wiens von der Roten Liste des gefährdeten Welterbes streicht. Wie aus Insiderkreisen zu erfahren war, will man dafür ein eigenes Resolutionspapier vorlegen. Der KURIER hat vergangene Woche berichtet.

Heikle Vorbereitungen

Derzeit laufen die durchaus heiklen Vorbereitungen für die Sitzung, die von Südkorea mit großem Aufwand und großer Präzision organisiert wird: Es ist das erste Mal, dass das Land den Vorsitz der viel beachteten Konferenz übernimmt. In der Stadt werden bis zu 3.000 Gäste aus 196 Nationen erwartet. Und bei der Sitzung stehen – neben der Entscheidung zu Wien – gleich mehrere spannende Themen auf der Tagesordnung: So könnte etwa die Entscheidung fallen, ob (wie es sich Frankreich seit Längerem wünscht) die Landungsstrände der Alliierten in der Normandie zum Welterbe erklärt werden.

Viele Details werden heute, Montag, bei einer hochrangigen Besprechung in Paris geklärt: In der UNESCO-Zentrale treffen Entscheidungsträger mit dem Welterbedirektor Lazare Eloundou Assomo und Lee Byung-hyun zusammen. Der Südkoreaner war einst UNESCO-Botschafter und ist Präsident der Sitzung in Busan.

Beim dreistündigen Treffen in Paris wird unter anderem die Tagesordnung für die Sitzung im Juli fixiert. Es ist davon auszugehen, dass die Heumarkt-Causa ausführlich an prominenter Stelle verhandelt wird – und zwar am zweiten Arbeitstag der Sitzung, am 21. Juli.

Kenner der Lage gehen schon jetzt von einer „intensiven Debatte“ aus. Nicht zuletzt, weil – wie berichtet – damit zu rechnen ist, dass der Denkmalbeirat ICOMOS bereits in den nächsten Tagen eine „Draft Decision“ (also eine Art Empfehlung) an das Welterbekomitee publizieren wird, die den Verbleib Wiens auf der Roten Liste vorsieht. Schon in den vergangenen Jahren scheiterte eine Einigung in der Causa Heumarkt maßgeblich an der ablehnenden Haltung von ICOMOS. Österreich hat sich für Busan aber vorbereitet: Wie berichtet, will man diesmal einen eigenen „Entscheidungsentwurf“ als Gegenpapier vorlegen.

Stadt und Bund kämpfen gemeinsam

Das Besondere: Erstmals ziehen in der Causa Stadt und Bund an einem Strang. Zuletzt wurden neben Wiens Bürgermeister Michael Ludwig auch der zuständige Staatssekretär im Außenministerium, Sepp Schellhorn (Neos), und Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) aktiv. Sie empfingen im Mai auch eine Delegation des Welterbekomitees, die sich in Wien ein Bild der Lage machen wollten. Die rot-pinke Allianz funktioniert über die politischen Ebenen hinweg gut.

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Bürgermeister Michael Ludwig und Vizekanzler Andreas Babler mit Vertretern der Staaten des Welterbekomitees.  

Dass Stadt und Bund abgestimmt agierten, war in der Vergangenheit nicht immer so: Lange war im Bund (dem eigentlichen Vertragspartner der UNESCO) die ÖVP für das Thema zuständig; darunter etwa der damalige Kulturminister Gernot Blümel, der zugleich Wiener ÖVP-Chef war und sich mit der Doppelrolle schwertat. Die ÖVP hat sich in Wien (gemeinsam mit der FPÖ) als vehemente Gegnerin des Heumarkt-Projekts positioniert.

In Busan wird Österreich jedenfalls mit einer hochrangigen Abordnung – unter anderem mit fünf Delegierten, Ersatzdelegierten und Experten vertreten sein. Wer genau der Gruppe angehören wird, darüber hüllt man sich derzeit noch in Schweigen. Klar ist, dass sowohl Vertreter der Bundesregierung als auch der Stadt Wien nach Südkorea reisen. Auch die Österreichische UNESCO-Kommission, der die Kunsthistorikerin und Ex-KHM-Chefin Sabine Haag als Präsidentin vorsteht, wird vertreten sein.

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