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Auktion: Helnwein-Werk für Sanierung des Stadttempels enthüllt

Der Startpreis liegt bei 50.000 Euro. Der Erlös kommt zur Gänze der Restaurierung der Synagoge zugute.
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Vor 200 Jahren wurde der Wiener Stadttempel, wie die Synagoge in der Seitenstettengasse im 1. Bezirk gern genannt wird, eröffnet. Aktuell sind die Tore jedoch geschlossen. Das in die Jahre gekommene Gotteshaus bekommt eine Rundumrestaurierung.

Unterstützt wird die Sanierung von Gottfried Helnwein mit einem Kunstprojekt. Entstanden ist dafür das Gemälde „The Child Dreams“, das gestern der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Versteigert wird das Werk am 16. Juni im Auktionshaus im Kinsky, der gesamte Erlös kommt der Restaurierung zugute. Der Startpreis liegt bei 50.000 Euro.

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Das Kunstwerk von Gottfried Helnwein wird am 16. Juni versteigert.

Helnwein zählt international zu den bedeutendsten Künstlern Österreichs und ist für seine hyperrealistischen Bilder bekannt. Das porträtierte Kind soll Sinnbild für Hoffnung, Erinnerung und Zukunft der jüdischen Gemeinde in Wien und Österreich sein.

Ein Stück Geschichte

Das Gemälde selbst ist auch ein Stück Geschichte. Es ist auf ehemaligen Paneelen des Stadttempels montiert, die im Zuge erster Bauarbeiten aus dem Tempel entfernt wurden. Über Jahrzehnte waren diese Holzvertäfelungen Teil des religiösen und gemeinschaftlichen Lebens im Stadttempel. Auch der Schattenfugenrahmen besteht aus Holzteilen des ehemaligen Stadttempels.

Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Oskar Deutsch drückte im Rahmen der Präsentation seine Dankbarkeit gegenüber dem Künstler aus, der das Werk der Kultusgemeinde schenkte. Weiters dankte Deutsch dem Geschäftsführer des Auktionshauses im Kinsky, Michael Kovacek, der das Gemälde mit reduzierten Konditionen für den Käufer durch sein Haus versteigert.

„Verborgene“ Synagoge

Die letzte Restaurierung der Synagoge liegt über drei Jahrzehnte zurück. Die Kosten für die jetzigen Arbeiten belaufen sich auf 10,5 Millionen Euro. Ein Drittel davon wird vom Bund übernommen, ein weiteres von der Stadt Wien. Der Rest wird laut IKG durch Spenden finanziert.

Erbaut wurde die Synagoge nach den Plänen des damaligen Stararchitekten Joseph Kornhäusel, im April 1826 wurde sie eröffnet. Sie blieb in der Pogromnacht 1938 verschont, da die Nazis nicht wagten, einen Brand zu legen, aus Angst, die Flammen könnten auf umliegende Häuser übergreifen. Was der Synagoge auch zugute kam: Sie ist von außen nicht als solche erkennbar – eine diskriminierende Auflage im 19. Jahrhundert.

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