Wiener Prestigeprojekt: Die Ringstraße wird umgestaltet – und so soll sie künftig aussehen
Neugestaltung der Ring-Straße Renderings.
Offiziell erlaubt wurde das Radfahren auf der Wiener Ringstraße um 1900, seit Mitte der 1980er-Jahre gibt es den Radweg, wie er auch heute noch besteht. Mit all seinen Umfahrungen und Engstellen.
Dem will die Stadt nun aber ein Ende setzen. Die Ringstraße soll umgestaltet werden. Im Fokus der Umbauarbeiten wird die Entflechtung von Rad- und Fußgängerweg stehen, wie Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei der Erstpräsentation der Pläne am Donnerstag verkündete.
Konkret bedeutet das: Es wird einen eigenen, durchgängigen - sandfarben markierten - Radweg und einen eigenen Fußgängerweg geben. Platz dafür wird im Bereich der Nebenfahrbahnen geschaffen. Diese werden zum Teil aufgelöst.
Hauptspuren für Autos bleiben bestehen
Die Hauptfahrbahnen sowie die Bim-Strecken bleiben in der bisherigen Form bestehen. Es wird also nicht der gesamte Ring umgestaltet, sondern "je nach Nutzungsstärke" nur die Innen- oder Außenseite, wird berichtet. Sprich: Gearbeitet wird nur rechts oder links der Hauptfahrbahnen. "Wir sind froh, erst einmal genug Geld für die Umgestaltung einer Seite aufzubringen", sagt Sima.
Umbau in fünf Abschnitten
Erfolgen wird der Umbau der Ringstraße in fünf Abschnitten (siehe Grafik unten). Den Anfang macht ab Herbst die 500 Meter lange Strecke zwischen den U-Bahn-Stationen Schottenring und Schottentor.
Auf dieser ersten Etappe wird die Innenseite des Rings umgestaltet, die Außenseite bleibt unverändert. Geschaffen werden soll in diesem Bereich ein eigener 4,5 Meter breiter Radweg, die Nebenfahrbahn wird dafür weichen. Nur in einzelnen Bereichen wird die Zufahrt möglich bleiben. Die Allee unter den Bäumen wird künftig ausschließlich für Fußgänger reserviert sein.
Zudem sollen allein auf diesem Abschnitt zusätzliche 900 Quadratmeter Grünflächen in Form von Steucherbeeten und 12 neue Bäume gepflanzt werden. Neue Sitzgelegenheiten und Trinkbrunnen wird es ebenfalls geben.
Die weiteren vier Abschnitte
Zu Ende gebracht werden soll der erste Abschnitt im ersten Halbjahr 2027. Danach werden, einer nach dem anderen, die restlichen vier Abschnitte in Angriff genommen.
In der zweiten Phase wird der Universitätsring umgestaltet. In der Dritten der Opernring, der Burgring und der Dr.-Karl-Renner-Ring. In der Vierten der Kärntner Ring und am Ende, in der fünften Phase der Stubenring, Parkring und Schubertring. "Ja, ich gebe es zu, wir haben uns das schwierigste Stück für den Schluss aufgehoben, weil es dort am engsten ist", sagt Sima.
Der fünfte und letzte Abschnitt ist auch der einzige, bei dem die Arbeiten nicht auf der Innenseite des Rings sondern auf der Außenseite erfolgen werden.
KURIER
Urania bis Schottenring wird nicht umgestaltet
Der Abschnitt von der Urania bis zurück zum Schottenring wird vorerst übrigens ausgespart. Das könnte ein Projekt für die nächste Legislaturperiode sein, sagt Sima.
Apropos Legislaturperiode: Das gesetzte Ziel ist es, mit den fünf Bauabschnitten noch in dieser Legislaturperiode fertig zu werden. Eine leichte Verschiebung könnte aber möglich sein, so Sima.
Gesamtkosten für das Projekt werden nicht genannt, das sei in diesem Stadium der Planung "unseriös". Auch mit Zahlen für den ersten Abschnitt hält sich die Stadt noch zurück, derzeit laufe die Ausschreibung. Die Kosten werden sich aber wohl im mittleren einstelligen Millionenbereich bewegen, heißt es.
Warum wird der Radwegen sandfarben?
Sandfarben wird der Radweg übrigens nicht nur aus sicherheitstechnischen Gründen. Auch die Geschichte spielt dabei eine Rolle. Die Farbe soll eine Anspielung auf die ursprünglich am Ring verlaufenden geschotterten Reit-Alleen sein, erklärt Harald R. Stühlinger, Leiter des Forschungsbereichs Kunstgeschichte der TU Wien, der an der Planung beteiligt war.
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