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Wiener Rettungsdienste befürchten „akute Unterfinanzierung“

Gewarnt wird, dass längere Wartezeiten für Patienten drohen und die ÖGK-Tarife seit Jahren nicht mehr kostendeckend seien.
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Die Wiener Rettungsorganisationen warnen vor einer drohenden Unterfinanzierung ihrer Leistungen. Bereits seit Jahren seien die Leistungen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) nicht mehr kostendeckend, hieß es am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Die ÖGK meinte in einer Reaktion, dass die Kosten der ÖGK für Krankentransporte rund doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt seien, bei Rettungstransporten rund 60 Prozent darüber.

„Preisexplosion“ bei Sprit und Medikamenten

Zu schaffen macht den Rettungsorganisationen die „Preisexplosion“ etwa bei Sprit, Medikamenten und Medizinprodukten.

Dazu kämen notwendige Gehaltserhöhungen beim Personal, so Berufsrettung, Samariterbund, Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser und Sozialmedizinischer Dienst.

Längere Wartezeiten drohen

Bleibe die ÖGK bei ihrem bisherigen Angebot von einer Erhöhung der Beiträge um 1,5 Prozent, sehen die Wiener Rettungsorganisationen „die dringende Gefahr, dass der bisherige Leistungsumfang in der hohen Qualität“ nicht mehr angeboten werden kann.

Eine Person in roter Jacke mit Rotkreuz-Emblem steht vor einem Rettungswagen mit rotem Kreuz.

Für den 82-Jährigen kam jede Rettung zu spät (Symbolbild).

Für die rettungsdienstliche Versorgung bedeute dies, dass es bei niedrigpriorisierten Einsätzen - also weniger dringlichen Notfällen, bei denen keine akute Lebensbedrohung besteht - zu längeren Wartezeiten kommen kann.

Verhandlungen verlaufen zäh

Die seit Herbst laufenden Verhandlungen würden sich zudem wie schon in den Jahren davor zäh gestalten, betonten die Rettungsorganisationen. Die nun angebotene Erhöhung von 1,5 Prozent liege weit unter der Inflation und decke die Teuerung nicht ab.

Die ÖGK betonte im Gegenzug, dass die finanzierten Tarife in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 30 Prozent erhöht worden seien.

Für das laufende Jahr 2026 will die ÖGK die Tarife in allen Bundesländern im gleichen Ausmaß erhöhen. Bei der bisher letzten Verhandlungsrunde am 3. Juni wurden 1,5 Prozent angeboten. Ein neuer Verhandlungstermin sei bisher nicht in Sicht.

Wie die Kosten bisher gedeckt werden

Das alles geschehe vor dem Hintergrund, dass der Kassentarif schon seit mehreren Jahren nicht kostendeckend sei, beklagen die Rettungsdienste.

Ein Teil der übrigen Kosten werde im Fall der Berufsrettung Wien über die Stadt durch Steuergeld gedeckt, bei den privaten Organisationen durch Spenden sowie den persönlichen Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heißt es. In Wien würden Krankentransporte nahezu ausschließlich von der Sozialversicherung finanziert, replizierte die Kasse.

Die Wiener Rettungsorganisationen richten einen „eindringlichen Appell“ an die ÖGK und fordern die Kasse auf, die Verhandlungen rasch weiterzuführen. Die Notfallversorgung sei ein wesentlicher Teil der Gesundheitsversorgung und rette Leben.

„Eine faire Abgeltung der Kosten ist dringend geboten.“ Die ÖGK unterstrich, gesetzlich verpflichtet zu sein, medizinisch notwendige Transporte zu finanzieren - nicht jedoch Vorhalte-, Infrastruktur- oder Verwaltungskosten. An einer konstruktiven Lösung werde gearbeitet.

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