Mohamed Mahmoud

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Wien
03/16/2013

Radikaler Salafist droht mit Feuersturm in Heimat

Der Islamist verbrennt in einem Video seinen Pass und spricht von Anschlägen auf Züge und Städte.

von Dominik Schreiber

Der in Ägypten untergetauchte österreichische Dschihadist Mohamed Mahmoud hat vor laufender Kamera seinen österreichischen Reisepass verbrannt und damit laut seinen Angaben seine Staatsbürgerschaft zurückgelegt. Mahmoud, der nun unter dem Namen Abu Usama al-Gharib lebt, will damit gegen die „vergiftete Gesellschaft“ des Westens protestieren. Er sei ein Mudschahedin und das schließe eine Staatsbürgerschaft „der Kreuzzügler“ aus.

Vorbild 11. September

Doch in dem am Freitag auf Youtube hochgeladenen Video geht der Islamist noch viel weiter. Er droht – während der österreichische Bundesadler brennt: „Dieses Feuer werden wir in eure Städte, Züge, Straßen und Gerichte bringen.“ Anschließend sind Szenen von Anschlägen vom 11. September in den USA und auf öffentliche Verkehrsmittel in Madrid und London zu sehen. Auch eine Kirche – vermutlich der Kölner Dom – ist als mögliches Anschlagsziel (?) zu sehen.

Mahmoud wurde 1985 in Wien geboren und ist Anführer der im vergangenen Juni in Deutschland verbotenen islamistischen Organisation Millatu Ibrahim. 2003 hatte er seinen Angaben zufolge ein Al-Kaida-Camp im Irak besucht. 2005 wurde er vom heimischen Verfassungsschutz erstmals als „gefährliche Person“ eingestuft. Als Mitglied der Globalen Islamischen Medienfront (GIMF) arbeitete er an der Weiterleitung von Drohvideos gegen Österreich mit. Als er sich in Internetforen informierte, wie ein Anschlag auf die EURO in Österreich durchgeführt werden könne, klickten die Handschellen für ihn. 2008 wurde er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, seine verschleierte Lebensgefährtin zu 22 Monaten Haft.

In Ägypten vermutet

Nach seiner Freilassung ging Mahmoud 2011 nach Deutschland, wo er die radikale Salafistengruppe Millatu Ibrahim gründete. Im April 2012 wurde er ausgewiesen und flog nach Kairo – dort verläuft sich seine Spur.

Ob das nun aufgetauchte Video in Ägypten gedreht wurde, ist derzeit unklar. Im Hintergrund ist ein etwas desolates Haus zu sehen. Als Verfasser wird die Globale Medienfront genannt. „Zwischen mir und Österreich und Deutschland und der EU ist Feindschaft und Hass für immer“, sagt Mahmoud, der in dem Video eine automatische Waffe umgebunden hat. „Entweder ich schlage ihre Köpfe ab oder Allah holt mich zu sich. Ich bitte Allah, mich als Mudschahedin sterben zu lassen.“

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