Donauinselfest: Wiener Polizei setzt auf Anti-Terror-Sperren aus Israel
Die Polizei (im Bild am Donauinselfest 2024) wird auch heuer mit mehreren Hundert Einsatzkräften vor Ort sein.
Das Donauinselfest zählt zu den größten Veranstaltungen Österreichs – damit einhergeht auch immer ein gewisses Sicherheitsrisiko, da seit Herbst 2023 die zweithöchste Terrorwarnstufe herrscht.
Um sich für den Ernstfall zu rüsten, kaufte die Wiener Polizei bei einem israelischen Sicherheitsunternehmen Straßen-Sperren ein, die verhindern sollen, dass Autos in Menschenmengen rasen.
Polizei hält sich bedeckt
„Die Landespolizeidirektion Wien verfügt über mobile Rammschutzsysteme, u.a. ein System der Firma Mifram Security. Diese stellen einen Bestandteil eines umfassenden Sicherheitskonzepts zum Schutz von Besucherinnen und Besuchern bei öffentlichen Veranstaltungen in ganz Österreich dar“, bestätigte ein Sprecher der Wiener Polizei auf Anfrage. Das Rammschutzsystem der Firma Mifram werde stets lage- und veranstaltungsbezogen eingesetzt.
Die Sperren hindern Fahrzeuge daran, weiterzufahren.
„Es handelt sich dabei um Sperren aus Metall, die sich unter dem Fahrzeug verkeilen und es so an der Weiterfahrt hindern“, erklärte Michael Holzgruber, Einsatzleiter der Polizei beim Donauinselfest. Auch beim Festival auf der Insel kommen diese Sperren nämlich zum Einsatz – an allen möglichen Zugängen, so der Polizist.
Einsatzleiter Michael Holzgruber im Polizeiauto bei der Sicherheitszentrale am Areal
Neue Maßnahme bei Wiener Polizei
Nur so viel: Das Rammschutzsystem der Firma Mifram diene als Ergänzung weiterer Maßnahmen. Dazu zählen beispielsweise Sperren mittels Einsatzfahrzeugen oder Fahrzeugen des Veranstalters sowie bauliche Barrieren wie Betonblöcke oder andere geeignete Absperreinrichtungen, führte der Sprecher weiter aus. Es handelt sich bei den Absperrgittern um eine vergleichsweise neue Maßnahme der Wiener Polizei.
Michael Holzgruber, Einsatzleiter Donauinselfest: „Die Metallsperren verkeilen sich unter dem Fahrzeug und hindern es so an der Weiterfahrt.“
Laut Angaben des Unternehmens sei einer der Vorteile der Sperren ihr geringes Gewicht: Eine Einheit wiegt 20 Kilogramm, es brauche auch nur eine Person, um die Blockade aufzubauen.
Die Sperren sollen Fahrzeuge bis zu 50 km/h aufhalten können. Die Mifram-Sperren werden laut Unternehmen weltweit genutzt, seit 2003 seien „Zehntausende Einheiten in städtischen Gebieten und Kampfzonen eingesetzt“, heißt es auf der Website der Firma. Kunden seien etwa die US-Armee, das FBI, die japanische Armee, israelische Streitkräfte sowie die israelische Flughafenbehörde.
In Dresden und Nizza im Einsatz
Auch in Europa kommen die Fahrzeug-Sperren zum Einsatz. In Dresden wurden etwa um den Weihnachtsmarkt 30 Mifram-Sperren aufgestellt. Zudem wurden an allen Zugängen Betonblöcke und 60 mit Wasser gefüllte Container aufgebaut. Im Jahr 2016 erhielten die deutschen Sicherheitsbehörden nämlich Hinweise auf einen möglichen islamistischen Anschlag auf den Dresdner Striezelmarkt.
Es kam nie zu einem Angriff, aber die Sicherheitsmaßnahmen wurden massiv verschärft. Auch Frankreich bestellte nach dem verheerenden Anschlag in Nizza mehrere Mifram-Sperren. Am 14. Juli 2026 fuhr ein Attentäter mit einem 40-Tonnen-Lkw auf der Promenade des Anglais absichtlich in eine Menschenmenge und tötete so 86 Menschen.
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