Wiens ÖVP-Chef Figl sieht Reformbedarf bei Wirtschaftskammer
Am heutigen Mittwochabend feiert Wiens ÖVP-Chef Markus Figl sein zehnjähriges Jubiläum – allerdings nicht als Chef der Partei, sondern als Bezirksvorsteher der Inneren Stadt. Als Rednerinnen und Redner sind einige Wegbegleiter geladen. Unter anderem ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti, Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec, der ehemalige Finanzminister Gernot Blümel und Rainer Trefelik, Wirtschaftsbundobmann im 1. Bezirk und Dieter Steup, Obmann von WKO im Bezirk.
Schon am Nachmittag davor ließ Figl aufhorchen.
Im Gespräch mit der Presse forderte er, dass in ganz Wien Geschäfte am Sonntag öffnen dürfen – ein Vorschlag, der seit Jahren diskutiert wird.
Rücktritt gefordert
Angesprochen auf die nicht abreißende Kritik an Wiens Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck, dem unter anderem Postenschacher vorgeworfen wird, gab sich Figl zurückhaltend: „Die Wirtschaftskammer braucht von außen keine Ratschläge.“ Dennoch hätten die Diskussionen der letzten Woche gezeigt, dass es in der Wirtschaftskammer einen Reformbedarf gebe. Diesen Reformbedarf ortet auch Unternehmer Stephan Zöchling. Auf der von ihm gegründeten Plattform www.zusammenstaerker.at werden nicht nur Vorschläge für eine Erneuerung der Kammer gesucht, neuerdings ist dort auch eine Rücktrittsaufforderung an Ruck zu finden.
Grund sei, dass „Berichte über Druck auf Funktionärinnen und Funktionäre und fragwürdige Personalvergaben das Vertrauen erschüttern“. Während sich die Kammerführung inszeniere, würden viele Betriebe mit echten Herausforderungen kämpfen, ist auf der Website zu lesen.
Ruck will bleiben
Ruck selber hatte erst am Dienstag im Ö1-„Mittagsjournal“ erklärt, nicht an einen Rücktritt zu denken. „Ich bin für die Periode bis 2030 gewählt und werde diese genauso zu Ende führen“, so der Kammerpräsident.
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