Chronik | Wien 10.03.2012

Wien: Messerstecherei nach Zechtour

Ein Streit unter Freunden endete Samstagfrüh in einer Messerstecherei. Das Opfer liegt im Spital, der Täter stellte sich.

Eine durchzechte Nacht nahm Samstagfrüh für einen 35-jährigen Mann in Wien-Meidling ein blutiges Ende. Nach einer Auseinandersetzung mit seinem Freund in einem Lokal in der Arndtstraße eskalierte die Situation: Der Täter, ein 55-jähriger Türke, zückte plötzlich ein Messer und stach drei Mal zu. Das Opfer ist bereits außer Lebensgefahr.

Der Besitzer des türkischen Lokals in der Arndtstraße erinnert sich an den friedlichen Eindruck, den die beiden Männer zunächst gemacht haben: „Das sind gute Freunde, kennen einander seit 20 Jahren und kommen oft zu mir. Sie haben hier Karten gespielt.“

In den frühen Morgenstunden dürfte die Stimmung zwischen den beiden Freunden, beide sind türkische Staatsbürger, aber gekippt sein. Nachdem der 35-jährige Ali A. dem 55-jährigen Turhan A. kein Geld mehr borgen wollte, flogen noch im Lokal die ersten Fäuste zwischen ihnen. Als die Männer dann aus dem Lokal gingen, zückte der Ältere ein Messer und stach drei Mal auf seinen Widersacher ein.

Während Ali A. mit Einstichen im Bauch, in der Schulter und im Oberschenkel vor dem Lokal auf dem Gehsteig liegen blieb, flüchtete der Täter. Stunden später stellte er sich selbst der Polizei. Sein Promillepegel betrug gut zweieinhalb Stunden nach der Tat noch 1,24 Promille.

Eine weitere Messerattacke hatte sich bereits am Donnerstagabend zugetragen, ebenfalls in Meidling. In der U-Bahn-Station „Am Schöpfwerk“ wurde ein Obdachloser von drei unbekannten Tätern mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Laut Polizei hatten die drei Männer zwei Euro von dem 47-jährigen Obdachlosen gefordert. Nachdem der Mann ihnen kein Geld geben konnte, zog einer der Männer ein Klappmesser und verletzte den 47-Jährigen durch mehrere Stiche in den Oberschenkel schwer.

( Kurier ) Erstellt am 10.03.2012