Gewalt an Frauen: Männerdemo zieht am Freitag durch Wien
Am Freitag, den 7. August, findet in Wien eine Demonstration gegen Gewalt an Frauen statt, die sich explizit an Männer richtet. Sie sollen Haltung zeigen und Verantwortung übernehmen, statt wegzuschauen und zu schweigen, heißt es in dem Aufruf.
Im Jänner fand die erste derartige Männerdemo in Wien statt, organisiert von Manfred Zeisberger. Am Freitag trifft man sich erneut um 9 Uhr vor der Wiener Staatsoper.
Zu den Teilnehmern zählen unter anderem Johannes Rauch, ehemaliger Sozialminister, sowie Cornelius Obonya, einer der bekanntesten Schauspieler und Regisseure Österreichs. Angekündigt sind von ihnen auch Podiumsbeiträge.
Jede dritte Frau erlebt Gewalt
In Österreich ist laut Daten der Statistik Austria jede dritte Frau ab dem 15. Lebensjahr von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Im Jahr 2024 wurden laut den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern 29 Femizide registriert, 2025 waren es 16 und im laufenden Jahr 2026 bereits 5.
Rund 90 Prozent der Taten geschehen im privaten Umfeld, daher durch (Ex-)Partner oder männliche Familienmitglieder.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
Zu den Organisatoren der Demo zählt auch der Verein StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt. Mit der Kampagne „Männer zeigen Haltung“ soll männliche Zivilcourage sichtbar gemacht werden.
„Es geht nicht darum, jeden Mann zum Täter zu erklären. Es geht darum, dass jeder Mann, der schweigt, wegschaut, sexistische Sprüche, Witze über Frauen macht, Mittäter und Teil des Problems ist“, so die Organisatoren.
Kommentare