Wien im WM-Fieber: Großer Jubel trotz der Niederlage
Erleichterung und Jubel beim Public Viewing in Wien nach dem verschossenen Elfmeter von Messi. Der traf aber später und doppelt. Mitgefiebert wurde bis zur letzten Sekunde.
Was sonst ein sommerlicher Rückzugsort mitten in Wien ist, verwandelte sich gestern in eine große Fankurve: Beim KURIER–Public Viewing im Palais Freiluft versammelten sich am Montagabend Hunderte Menschen, die alle auf denselben Moment warten - den Anpfiff zum WM-Duell Österreich gegen Argentinien.
Gekommen sind die Besucherinnen und Besucher mit reichlich Optimismus, darunter Patrick und sein Sohn Pascal. Sie halten einen Sieg gegen den amtierenden Weltmeister für möglich.
Gut gelaunt blickt auf das bevorstehende Spiel auch Experte Frenkie Schinkels im Gespräch mit „Kult-Kicker“ Toni Pfeffer und KURIER–Chefredakteur Martin Gebhart: „Wenn argentinische Fans da sind, hab ich für sie nach dem Match Taschentücher da.“
Fast wie Torjubel
Den ersten Jubel des Abends gibt es früh im Spiel, jedoch nicht für ein Tor - sondern für den verschossenen Elfmeter von Lionel Messi. In diesem Moment hält es auch die Menschen beim Public Viewing im Alten AKH nicht mehr auf den Bänken, man fällt sich sogar in die Arme. Früh kommen zahlte sich aus, bereits eine Stunde vor Anpfiff war alles voll und der Einlass geschlossen.
Mitgefiebert wird überall in der Stadt. Viele versammeln sich am St. Ulrichs-Platz oder beim Würstelstand. Auch Zaungäste außerhalb von Schanigärten werden freundlich bedient. Auf Parkplätzen richten sich Zuschauer mit Picknickdecken und Campingstühlen ihr Lager. Mit und ohne eigenen Bildschirm, mit oder ohne Dosenbier.
Zurück im Palais Freiluft: Als auch das zweite Duell zwischen Messi und ÖFB-Torhüter Schlager 0:0 ausgeht, kommentierte ein Herr im Publikum: „I waß ned, warum der Weltfußballer wao.“ Genau das zeigt dieser in der 38. Minute, als er zum 1:0 trifft. Der Treffer erntet laute „Nein“-Schreie, Hände werden verzweifelt in die Luft geworfen.
Laute Rufe gibt es auch, als die Kapitänsschleife den Arm wechselt und Marko Arnautovic „endlich“ eingewechselt wird. Die Nachspielzeit wird mit lautem Klatschen begleitet und Messi trifft zum 2:0. Fazit einer Besucherin: „Ob eins zu null oder zwei zu null ist im Prinzip egal.“ Unrecht hat sie nicht: Österreich hat am Sonntag weiterhin die Chance, in die nächste Runde aufzusteigen.
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