Der ESC schleicht sich ins Wiener Stadtbild
Die Ampelpärchen, die 2015 im Zuge des damaligen Eurovision Song Contests (ESC) in Wien für sichere Fußübergänge gesorgt haben, haben einen gewissen Legendenstatus erreicht. Sie haben nicht nur in Wien eine dauerhafte Heimat gefunden, sondern haben auch international Schule gemacht.
Ob heuer wieder so ein Coup wieder gelingt, ist noch unklar. Fest steht allerdings, dass es jedenfalls in der ganzen Stadt nicht möglich sein wird, am ESC vorbeizukommen, wie auch Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bereits ankündigte.
„Merci kehr i“
Die Wiener Stadthalle und der Rathausplatz sind dabei natürlich Ankerpunkte. Aber wie so oft sind es die kleineren Dinge, die ein Vorhaben erst so richtig charmant machen. Und dabei ist einmal mehr die MA 48 an vorderster Front. Sie wird nicht nur für eine saubere Stadt sorgen (sie wurde nicht umsonst bereits mit dem Wiener Tourismuspreis der Wirtschaftskammer Wien ausgezeichnet), sondern hat sich auch ESC-taugliche Sprüche ausgedacht, mit denen die Autos und Mistkübel versehen werden.
Diese sind an die bisherigen Siegersongs aus Österreich angelehnt: „Merci kehr i“ als Hommage an „Merci, Chérie“ von Udo Jürgens, „Schmeiß like a Phoenix“ wegen „Rise like a Phoenix“ von Conchita und JJs „Wasted Love“ wurde zu „Waste&Love“.
Die öffentlichen Trinkbrunnen namens „Brunnhilde“ werden ins ESC-Design getaucht. Das ist nicht nur ein farbenfroher Hingucker, sondern auch ein Muskeln zeigen der Stadt. Mit 1.600 öffentlichen Trinkbrunnen hat Wien mehr Wasserstellen als ganz Deutschland insgesamt, wie Ludwig nicht ohne Stolz anmerkte.
Beleuchtete Donaukanalbrücken
Generell kann in diesem Punkt keine andere Stadt mithalten. Dass das Wiener Hochquellwasser besser schmeckt als an vielen anderen Orten und damit Touristinnen und Touristinnen Wien noch mehr schmackhaft gemacht werden soll, versteht sich von selbst.
Die ESC-Farben, rosa und violett, werden auch andernorts zu sehen sein: Die Donaukanalbrücken werden beleuchtet, einige davon werden außerdem mit Bannern ausgestattet, auf denen „Sing you soon!“ zu lesen ist. Am Copa-Steg auf der Donauinsel wird es Banner geben, die mit Flaggen der ESC-Teilnehmer-Länder versehen sind.
Schaltkästen sowie Fahrradständer werden ebenfalls in ESC-Design gebrandet und der Radweg beim Urban-Loritz-Platz wird in ESC-Farben getaucht.
Ein Hingucker soll der ehemalige APA-Turm werden. Die Westseite des verfallenen Gebäudes wird mit Österreichs größtem Wandbild verschönert. Der spanische Urban Streetartist Okuda San Miguel wird hier ein farbenfrohes Bild für Toleranz gestalten, die Eröffnung ist am 7. Mai.
Singen in der Bim
In den Wiener Linien wird auch einiges geboten. Die Bim-Linie 49 wird mit Vienna 12-Points-Paneel vorne und hinten gebrandet und soll als rollende Bühne zwischen Volkstheater und Stadthalle fungieren, Musik inklusive. An einigen Tagen wird es in der Bim Sing Alongs und Jam Sessions geben, bei denen Fahrgäste selbst Teil des Geschehens werden können. Es werden zudem alle der rund 550 Straßenbahnen in Wien beflaggt.
In den Öffis wird es Willkommensdurchsagen in den Top-5-Sprachen geben – also in Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch. Zentrale Knotenpunkten werden mit ergänzenden Infos angesagt, zum Beispiel „Rathaus, Eurovision Village“, oder „Praterstern – Euro Club“.
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