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Chronik Wien
11/08/2020

Terror in Wien: Aufregung um Muezzin- und Schussgeräusche

Die Aktion in Wien-Josefstadt sorgte am Sonntagvormittag nach dem Anschlag am Montag für Aufregung.

von Konstantin Auer

Aus dem Lautsprecher kommen muslimische Gebets- und Schussgeräusche, das Auto fährt im Schritttempo durch Wien-Josefstadt und sorgte dort am Sonntagvormittag für Verunsicherung bei Passanten und Anrainern.

Begleitet wurde der Wagen, der den Lautsprecher auf der Ladefläche gehabt haben soll, von Polizeiautos. Die Landespolizeidirektion bestätigt auch, dass eine Versammlung angezeigt wurde - allerdings unter dem Namen "Vielfalt und Toleranz".

"Provokation"

Zu kommen scheint die Aktion aber eher aus der rechtsextremen Ecke - so wurde etwa auch über vermeintliche "Islamisierung" gesprochen. Auf einem Video, das in den sozialen Medien kursiert, ist zu hören, wie Anrainer den Redner ausbuhen. In einer Aussendung bekannte sich schließlich der ehemlaige Pegida-Sprecher und Burschenschafter Georg Immanuel Nagel zu der Aktion. Zuletzt tauchte dieser vor allem bei Demos von Abtreibungsgegnern auf.

Auf Twitter zeigt sich der SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi irritiert: Er dürfte Augenzeuge der Aktion geworden sein und schreibt von einer "Provokation". In Richtung der Polizei fragt er, ob es dafür eine Erklärung gebe. „Ich werde bei der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung wegen Verhetzung einbringen. Solche Aktionen sind scharf zu verurteilen", sagt Al-Rawi. "Diese Störaktion hat in unserer Stadt definitiv keinen Platz, schon gar nicht nach dieser schweren Woche, in der wir alle noch tief betroffen vom Terroranschlag sind.“

Die Aktion dauerte laut Polizei von 9 bis 10 Uhr - angemeldet war sie für 10 Teilnehmer, tatsächlich wurden vier Personen gesichtet. Anfangs wurde laut Polizei angegeben, dass die Lautsprecher nur zum Abspielen von orientalischer Musik dienen sollen.

"Nach Abfahrt der Kundgebung um 09.20 Uhr, wurde anfänglich orientalische Musik gespielt. In weiterer Folge jedoch auch im Verlauf der gesamten Kundgebung insgesamt vier Mal, für die Dauer von 1 bis 2 Minuten Maschinengewehrgeräusche und antimuslimische Parolen wiedergegeben", heißt es von der Polizei. Noch während das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorsmusbekämpfung einschreiten wollte, wurde die Aktion um 10 Uhr beendet.

Gegen die anwesenden Personen wurden Verwaltungsanzeigen wegen der Störung der öffentlichen Ordnung erstattet und Erhebungen wegen des Verdachtes der Verhetzung eingeleitet. Die Polizei kündigte auch interne Ermittlungen an, warum nicht früher eingeschritten wurde und entschuldigte sich auf Twitter bei den Anrainern.

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