Chronik | Wien
23.05.2018

Wie sich Wien während Michael Häupls Amtszeit verändert hat

24 Jahre war Michael Häupl Bürgermeister von Wien. Viele Stadtgebiete haben sich seither verändert. Eine Auswahl von oben.

1,549 Millionen Menschen lebten zum Amtsantritt von Michael Häupl 1994 in Wien. 24 Jahre später bei seinem Abtritt sind laut Statistik Austria 1,889 Mio. Menschen innerhalb der Stadtgrenzen zuhause. Dieser Zuwachs hat das Stadtbild natürlich geprägt und verändert. Ein Bürgermeister ist zwar nie für alle Veränderungen alleine verantwortlich, aber zum Abschied lohnt sich dennoch ein Blick darauf, wie sich die Stadt in seiner Zeit auch von oben gesehen verändert hat.

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Ganz Wien

Seestadt Aspern

Seit 2013 wird am alten Flugfeld in Aspern, das schon 1977 endgültig für den Flugzeugverkehr geschlossen wurde, ein neues Stadtviertel gebaut. Schon vor einigen Jahren sind die ersten Bewohner eingezogen. 20.000 Menschen sollen hier am Ende wohnen und arbeiten, wenn es 2028 fertig ist. Bereits heute ist es an die U-Bahn angeschlossen, eine S-Bahn-Linie zum Hauptbahnhof soll bald folgen. 

Die Mariahilfer Straße

Groß war die Aufregung, lange und laut die politischen Diskussionen, als die innere Mariahilfer Straße von der rot-grünen Stadtregierung teilweise in eine Fußgängerzone umgewandelt wurde. Aus der Luft relativiert sich der Bahö im Nachhinein ein bisschen, hat sich doch im Blick von oben nichts Welterschütterndes getan.

Hauptbahnhof

Der Süd- wurde unter Michael Häupl zum Hauptbahnhof. Damit einher ging nicht nur eine Aufwertung seiner Bedeutung, sondern auch der Bau eines neuen Stadtviertels rund um den Bahnhof herum: Das nördlich angeschlossene "Quartier-Belvedere" mit seinen vorrangigen Geschäftsflächen für 20.000 Arbeitsplätze und das südlich anhängende "Sonnwendviertel" mit Platz für 13.000 Bewohner und weiteren 20.000 Arbeitsplätzen.

Nordbahnhof

Auch im zweiten Bezirk soll bis 2025 Platz für 20.000 neue Bewohner geschaffen werden. Noch sind die Baugeräte am Werkeln, dabei aber schon etwas weiter, als die neuesten Satellitenbilder von Google Earth es uns zeigen können. Die erste Bauphase auf dem Gelände des früheren Frachtenbahnhofs ist immerhin bereits abgeschlossen. In seiner Mitte liegt der Rudolf-Bednar-Park, der größte Park, der in den letzten 44 Jahren in Wien eröffnet wurde. Im zweiten Bauabschnitt wird zwischen den neuen Bauten die "Freie Mitte", eine etwa zehn Hektar große "Stadtwildnis" rund um einen denkmalgeschützten Wasserturm entstehen. Etwas weiter nordwestlich soll das Kunststück der Wohnraumschaffung am Gelände des Nordwestbahnhofs wiederholt werden.

Die Wiener U-Bahn

Während sich Wien oberirdisch merkbar verändert hat, haben sich die Bevölkerungsentwicklung, die neuen Bedürfnisse an die Mobilität und der Klimaschutz natürlich auch auf den öffentlichen Verkehr niedergeschlagen. Unter der Erde hat sich Wien deshalb stark entwickelt, wie man am U-Bahn-Netz der Wiener erkennen kann. Erreicht es heute auch viele Außenbezirke der Stadt, war das 1994 noch ganz anders. Kurz vor dem Amtsantritt Häupls wurde erst die Strecke zwischen Westbahnhof und Johnstraße auf der U3 freigegeben, die U6 fuhr bis 1996 noch nach Heiligenstadt. Auch der Ausbau in Richtung Hernals wurde mit der neu geplanten U5 mittlerweile angestoßen.

Das Bild des geographischen U-Bahn-Netzes stammt von Horst Prillinger und wird unter der Creative Commons 4.0 - Nammensnennungs-Lizenz veröffentlicht. Die Variante 1994 wurde von Tom Schaffer adaptiert.

Vienna International Airport

Streng genommen liegt der Flughafen Wien-Schwechat ja nicht in Wien, trotzdem ist die Stadt eng mit ihm verbunden und sein Namensgeber. Jedenfalls ist er heute ganz anders als noch zu Häupls Amtsantritt. Es gibt zahlreiche neue Lagerflächen und Terminals. Die Passagierzahlen und Frachtmengen sind nicht zuletzt seit der EU-Osterweiterung stark angewachsen. 1989 beförderte der Flughafen noch 5 Millionen Passagiere, 2017 meldete man 24 Millionen Fluggäste. Deshalb könnte sich sein Bild auch in naher Zukunft weiter verändern, falls eine umstrittene dritte Piste dazugebaut wird.

Und wie Wien Michael Häupl verändert hat