Wegen Kontakt zu Freund: 14-Jährige von Vater und Bruder misshandelt
Die Polizei nahm zwei Frauen fest.
Ein schwerwiegender Fall von häuslicher Gewalt beschäftigt die Wiener Polizei. Am Freitag wurden die Einsatzkräfte an eine Wohnadresse nach Leopoldstadt gerufen, da eine 14-Jährige von ihrem Bruder körperlich attackiert worden sein soll. Das Mädchen hatte Alarm geschlagen.
Kopfstoß und Schläge
Auf dem Nachhauseweg von einem Park soll ihr der 22-jährige Bruder unter anderem einen Kopfstoß versetzt und sie mehrmals geschlagen und getreten haben. Zu Hause seien die Übergriffe weitergegangen, so die 14-Jährige. Der Bruder soll das Mädchen außerdem mit dem Umbringen bedroht haben.
Im Verlauf der weiteren Befragung der 14-Jährigen stellte sich heraus, dass sie in der Vergangenheit nach eigenen Angaben sowohl von ihrem Bruder als auch von ihrem Vater geschlagen worden sein soll. Beide Männer sind türkische Staatsbürger. Die Beamten konnten an der 14-Jährigen offensichtliche Verletzungen feststellen. Sie wurde von der Berufsrettung Wien erstversorgt und im Verlauf der weiteren Amtshandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Waffen- und Betretungsverbot
Der Bruder zeigte sich nicht geständig und verantwortete sich leugnend. Im Zuge einer Durchsuchung der Wohnung konnte eine Schreckschusspistole im Zimmer des 22-Jährigen aufgefunden werden. Der Vater gab an, dass es vor einigen Wochen zu einem Streit mit einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sei.
Gegen den 22-Jährigen und den 56-jährigen Vater wurde ein Betretungs- und Annäherungsverbot sowie ein Waffenverbot ausgesprochen. Die 14-Jährige wurde von der Polizei an die Magistratsabteilung 11 (MA11 - Jugend– und Familienhilfe) übergeben, um ihre Betreuung und weitere Maßnahmen sicherzustellen.
In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, unter anderem Hilfe und Informationen bei folgenden Adressen:
- Frauen-Helpline: online unter frauenhelpline.at und telefonisch unter 0800-222-555
- Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF): online unter aoef.at
- Frauenhaus-Notruf: unter 057722
- Österreichische Gewaltschutzzentren: 0800/700-217
- Polizei-Notruf: 133
Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Auf der Webseite finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.
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