Planquadrat in Meidling: "Illegale Migration gegen Null drängen"

An mehreren Bahnhöfen in Wien wurden am Freitagabend fremdenpolizeiliche Überprüfungen durchgeführt.
Zwei Polizistinnen kontrollieren die Ausweisdokumente eines Mannes in einer Bahnhofshalle.

Zwei Männer mit Bierdosen stehen am Bahnhof Meidling, unterhalten sich ruhig. Nach wenigen Minuten suchen sie sich einen anderen Platz. Nicht immer geht es dort so gesittet zu. 

Es wirkt wohl abschreckend, dass es am Freitagabend am Bahnhofsvorplatz von Polizistinnen und Polizisten wimmelt. 

Es handelt sich aber um keinen spontanen Einsatz wegen einer Gewalttat, sondern um ein Planquadrat. Konkret wurden fremdenpolizeiliche Kontrollen durchgeführt, um gegen illegale Migration vorzugehen. "Das ist eine der zentralen Aufgaben der Polizei", sagt Innenminister Gerhard Karner (ÖVP), der ebenfalls zum Einsatzort gekommen ist. "Es ist das klare Ziel, sie gegen Null zu drängen."

16 Planquadrate an Wiener Bahnhöfen

Eine der Maßnahmen, mit denen das gelingen soll, ist eben die Durchführung dieser Planquadrate. Allein heuer wurden bereits 16 an Wiener Bahnhöfen durchgeführt. Am Freitag sind die Uniformierten nicht nur in Meidling, sondern auch am Westbahnhof und am Hauptbahnhof unterwegs. Insgesamt kommt es zu 150 Identitätsfeststellungen und Fahndungsanfragen, zwei Personen werden festgenommen, wie eine Bilanz am nächsten Morgen zeigt. 

Die Kontrollen würden auch der Prävention dienen, erklärt Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan: "Durch eine sichtbare polizeiliche Präsenz und konsequentes Einschreiten sollen strafbare Handlungen bereits im Vorfeld verhindert werden."

Innenminister Gerhard Karner bespricht sich mit Polizisten während einer fremdenpolizeilichen Kontrolle am Westbahnhof.

Innenminister Gerhard Karner bespricht sich mit Polizisten während einer fremdenpolizeilichen Kontrolle am Westbahnhof.

Karner betont, dass die Zahl der Aufgriffe illegaler Migrantinnen und Migranten in den vergangenen drei Jahren deutlich zurückgegangen sei. Eine Folge der "verstärkten Kontrollen und konsequenten Abschiebungen", wie er sagt.  Besonders die Entwicklung im Burgenland steche dabei heraus: Laut Innenministerium wurden in der Kalenderwoche 11 des Jahres 2023 noch über 240 Personen aufgegriffen, im selben Zeitraum des laufenden Jahres aber nur noch 13.

Polizeischüler im Einsatz

Rund 35 Beamtinnen und Beamte sind am Freitag unterwegs. Neben Kräften der Fremdenpolizei, des Stadtpolizeikommandos Meidling, des Stadtpolizeikommandos Rudolfsheim-Fünfhaus sind auch Polizeischüler mit dabei. Diese könnten so "praktische Erfahrung in fremdenpolizeilichen Aufgaben sammeln", wie es heißt. Die Arbeit bei der Fremdenpolizei sei generell beliebt, wird erklärt - die Arbeit sei einerseits abwechslungsreich, andererseits hätte man oft die Chance, bei innovativen Pilotprojekten dabei zu sein. 

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