© Martin Gerten, dpa

WC-Strategie
06/29/2014

U-Bahn-Klos könnten kostenpflichtig werden

Die Gratis-Toiletten in den U-Bahn-Stationen könnten bald Geschichte sein.

von Dominik Schreiber

Die Wiener Linien überlegen, ob sie den Besuch des stillen Örtchens kostenpflichtig machen. Denkbar ist auch, dass Anlagen geschlossen werden.

Der Hintergrund: Derzeit wird an einer neuen WC-Strategie gearbeitet, wie ein Sprecher dem KURIER bestätigt. Bis Jahresende steht fest, was mit den 71 Toiletten auf 61 Bahnhöfen passiert. "Oberstes Ziel ist es, dass wir saubere WC-Anlagen anbieten", erklärt Michael Unger, Sprecher der Wiener Linien. Über das Wie wird intern noch diskutiert. So werden diverse Varianten durchgespielt: Selbstreinigende Klos, Anlagen mit oder ohne Personal, gratis oder kostenpflichtig.

Grund für das Klo-Strategiepapier ist, dass bis Februar die MA 48 für Reinigung und Pflege der Anlagen im Untergrund zuständig war. "Für alles, was wir dort gemacht haben, mussten wir mit dem Eigentümer reden", erklärt Ulrike Volk vom Magistrat. Aus diesem Grund wurde die Klo-Hoheit vor vier Monaten direkt an die Wiener Linien übertragen – zwecks "Verwaltungsvereinfachung".

Der Haken: Die Pflege der WCs ist nicht billig. 30.000 bis 150.000 Euro pro Jahr kostet ein Standort. Die Toiletten müssen drei Mal tagsüber und mindestens ein Mal in der Nacht geputzt werden. Dazu kommen Instandhaltungskosten sowie Toilettenpapier. Alles in allem geht es dabei um einen höheren einstelligen Millionenbetrag.

Der Trend geht ohnehin zum Bezahl-WC. Auf großen Bahnhöfen der ÖBB ist dies teilweise bereits der Fall, auch auf vielen Autobahn-Raststationen – dafür gibt es zumindest einen Gutschein. Dieses System wird auch von den Wiener Linien untersucht. Vielleicht erhält man dafür dann einen Gutschein für den nächsten Fahrscheinkauf.

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