© Gerhard Krause

Chronik Wien
12/05/2011

VP-Stadtrat: "Rot-Grün will zwangsbeglücken"

Bei der Bewältigung der ÖVP-Krise hat Manfred Juraczka kein Patentrezept parat. Politisch setzt er auf die Autofahrer.

von Gerhard Krause

Da gibt es noch viel zu tun, um die Probleme der Vergangenheit mit zu wenig Kommunikation und zu vielen Einzelinteressen zu bewältigen." Das sagt der designierte ÖVP-Stadtrat Manfred Juraczka.

Denn für ihn ist klar: Die Suche nach dem neuen "George Clooney" oder Wunderwuzzi der ÖVP wird nicht einfach. Dennoch zeigt sich der Hernalser Noch-Bezirkspolitiker auch zuversichtlich: "Wir müssen die Chance begreifen, dass in Wien etwas ganz Neues entsteht. Und dafür lohnt es sich wieder an einem Strang zu ziehen."

Mit der Angelobung am 29. September als kontrollierender VP-Stadtrat ändert sich für den Familienvater und Vertriebsmanager von Alcatel viel. Er wird sich ab sofort komplett der Politik widmen und seinen Job an den Nagel hängen. Mit dem neuen VP-Team will er versuchen, für die Wähler wieder ein interessantes Angebot zu schaffen; einen bürgerlichen Gegenzug zu Rot-Grün.

Die Suche nach einem neuen Obmann sei zwar schwer, aber nicht unmöglich: "Ich weiß, dass wir gute Leute haben, welche auch Parteikrisen bewältigen können." Er widerspricht damit der Bezirkschefin Ursula Stenzel, 68, die über Nachwuchsprobleme lamentiert. Mit Sebastian Kurz und Markus Figl habe sie, so Juraczka, im 1. Bezirk sogar zwei Hoffnungsträger.

Wo er als neuer Stadtrat eingreifen will? "Überall dort, wo Kontrolle notwendig ist." Das reiche vom AKH über die Gasometer-Pleite und Verkehrsfragen bis hin zu allgemeinen Anliegen der Bürger. Es könne doch nicht sein, dass die Wiener zwangsbeglückt werden. Juraczka: "Die rot-grüne Stadtregierung hat bisher nicht sehr kreativ agiert. Den Leuten nur zu sagen, wie sie zu leben haben, ist zu wenig."

Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou wolle den Menschen die Flausen vom Häuschen im Grünen austreiben, sagt der Neo-Stadtrat: "Wenn sie damit Stadterneuerung meint, bin ich bei ihr. Wenn sie aber den Wienern verbieten möchte, von Häuschen im Grünen zu träumen, dann stimmen wir nicht überein."

Vergessene Autofahrer

Auch in der Verkehrspolitik müsse es Wahlmöglichkeit geben: "Es gibt nicht gute und böse Verkehrsmittel. Es gibt zwar keine autogerechte Stadt, immerhin aber Alternativen. In erster Linie ist das der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Aber da würden sich die Grünen massiv gegen den U-Bahnausbau auflehnen."

Radfahren sei gut, aber es müsse auch sicher für alle Verkehrsteilnehmer sein. Radfahren gegen die Einbahn auch wenn die Straßen dafür nicht geeignet sind, sei blanker Unsinn. Man dürfe den Autoverkehr nicht mutwillig behindern, wie am vergangenen Freitag mit der Radlerdemo und der Sperre der Nordbrücke: "Es geht um eine Miteinander und nicht um ein Gegeneinander." Juraczka ist gegen "eine weitere Abzocke von Autofahrern". Wo ein Parkpickerl sinnvoll ist, sollte es aber nach einer Befragung der Bürger eingeführt werden.

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