Chronik | Wien | Vorrangkinder
02.09.2018

"Zeigen wir den Kindern richtiges Verhalten im Straßenverkehr"

Die Experten sind sich sicher: Die Vorbildwirkung der Eltern spielt im Straßenverkehr eine bedeutende Rolle.

Anton Ofner, Obmann der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA), erklärt, was die großen Verkehrsteilnehmer den kleineren vermitteln sollten und worauf im Beisein der Schüler zu achten ist.

KURIER: Wie lernen Kinder das korrekte Verhalten im Straßenverkehr?

Anton Ofner: Wichtig ist, dass Kinder von Anfang an die Unterstützung von Erwachsenen für das Erlernen von richtigem Verkehrsverhalten bekommen. In mehreren aufeinanderfolgenden Schritten gelingt dies am besten. Zuerst begleitet ein Erwachsener das Kind und bespricht mit ihm mögliche Gefahrensituationen. Lassen Sie es vorausgehen und überzeugen Sie sich, ob es schon alleine gut zurechtkommt. Schlussendlich kann das Kind seinen Weg alleine bewältigen. Dennoch ist zu empfehlen, dass immer wieder zwischendurch mit dem Kind gemeinsam trainiert wird, um die Stabilität des richtigen Verkehrsverhaltens zu festigen.

Was können Kinder, die ja von Haus aus wissbegierig sind, nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von anderen Verkehrsteilnehmern lernen?

Kinder lernen richtiges Verkehrsverhalten unter anderem auch durch Beobachten. Die wichtigsten Vorbilder für Kinder sind die Eltern, aber auch andere Verkehrsteilnehmer nehmen eine wichtige Vorbildfunktion ein. Wir alle sind also für das Erlernen eines richtigen und sicheren Verkehrsverhaltens unserer Kinder mitverantwortlich. Erwachsene können davon ausgehen, dass sie unter Beobachtung der Kinder stehen. Zeigen wir unseren Kindern richtiges und sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Wir leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Vergangenes Jahr gab es österreichweit insgesamt 498 Schulwegunfälle. Wie kann man auch die Autofahrer für ein sichereres Verhalten rund um Schulen sensibilisieren?

Hier könnte ich mir eine Informations- und Bewusstseinsbildungskampagne vorstellen, die umfassend vermittelt, warum Kinder aus dem Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind.