Chronik | Wien 12.06.2018

Vier Habichtskäuze werden in Lainzer "Wildnis" ausgesetzt

© Bild: APA/DANIEL ZUPANC

Tiergarten Schönbrunn unterstützt Wiederansiedlungsprojekt der in Österreich vor Jahrzehnten ausgestorbenen Tiere.

Vier im April im Tiergarten Schönbrunn geschlüpfte Habichtskäuze sind in den Lainzer Tiergarten gebracht worden, wo sie in Kürze in die "Wildnis" entlassen werden. "Der Habichtskauz ist in Österreich vor vielen Jahrzehnten ausgestorben", weiß Projektleiter Richard Zink von der Vogelwarte der Vetmeduni, der sich um eine Wiederansiedlung bemüht.

Wiederansiedlung

Ursprünglich hat die Art vermutlich auch in der Nähe des Lainzer Tiergartens gelebt. Nachdem sich die Lebensbedingungen für den Habichtskauz verbessert haben, wurde 2009 ein Wiederansiedlungsprojekt ins Leben gerufen, bei dem jedes Jahr junge Vögel aus Zoos und Zuchtstationen ausgewildert werden. Insgesamt waren es bisher 298 Tiere.

"Unser Ziel ist es, die Population in Österreich so weit aufzubauen, dass durch sie die Bestände nördlich und südlich von Österreich miteinander verbunden werden und ein Austausch stattfindet", sagte Zink. Schönbrunn unterstützt das Projekt seit Beginn: "Bereits 25 Habichtskäuze, die bei uns im Tiergarten geschlüpft sind, konnten im Rahmen des Projektes wiederangesiedelt werden", freut sich Regina Kramer, Kuratorin für Forschung und Artenschutz.

Vier Käuze mit Ring markiert

++ HANDOUT ++ WIEN: VIER HABICHTSKÄUZE WERDEN IM LAINZER TIERGARTEN AUSGESETZT
© Bild: APA/DANIEL ZUPANC

Heuer sind es vier junge Vögel. Im Alter von fünf Wochen wurden die Käuze mit einem Ring markiert, um sie später bei Beobachtungen erkennen zu können. Mittels Federproben wurde das Geschlecht bestimmt. Es sind zwei Weibchen und zwei Männchen.

Mittlerweile sind die Eulen bereits zwei Monate alt und bereit für das große Abenteuer. Die nächsten drei Wochen werden die Käuze in einer Voliere des Forstamts der Stadt Wien mitten im Wald auf die Freilassung vorbereitet, bevor eine Luke geöffnet wird und sie in den Biosphärenpark Wienerwald hinausfliegen. Vorerst verbleiben sie wohl in der Nähe des Freilassungsplatzes und werden noch zugefüttert. Im Laufe des Sommers werden sie dann zu perfekten Mäusejägern und selbstständigen Habichtskäuzen.

( Agenturen ) Erstellt am 12.06.2018