Ein Jahr Viecon: Was die Messe Wien der Stadt bringt
Offiziell hat die Viecon zwei Beinamen: „Messe Wien“ für die Einheimischen und Personen aus dem deutschsprachigen Raum. Und „Vienna Congress & Convention Center“ für das internationale Publikum. Allein daran zeigt sich, dass sich die Messe, die seit rund einem Jahr wieder von der Stadt selbst betrieben wird, breit aufstellen will.
Schon mit der Neuaufstellung vergangenes Jahr habe man mit dem neuen Namen Viecon auf ein Rebranding gesetzt, das die „lokale Verwurzelung bei zeitgleicher internationaler Ausrichtung zeigt“, sagt Katharina Weishaupt, die gemeinsam mit Martina Candillo und Christoph Mahlberg die Geschäftsführung der Viecon innehat.
Seither hat es viele weitere Neuerungen gegeben, die oft größere Auswirkungen haben, als der erste Blick vermuten ließe.
So wurden etwa die Rauch- und Wärmeabzugsanlagen in der Halle B erneuert – dadurch können sich dort nun statt nur 4.700 Personen stolze 10.000 Gäste aufhalten.
Hommage an Wien
Die Gastrobereiche, die nach wie vor vom langjährigen Kulinarik-Partner Gerstner betrieben werden, wurden neu gestaltet und haben neue Namen erhalten. Künftig kann man sich in der Donau Bar, dem Wiener Deli oder der Vienna Melange verpflegen lassen.
Die Gastrobereiche der messe Wien wurden neu hergerichtet.
Die Hommage an die eigene Stadt findet sich auch in anderen Details wieder, etwa in Bodenelementen, die den Donauwellen nachempfunden sind, oder in den Kongressräumlichkeiten, die von Schubert bis Lehár nach Komponisten benannt sind, die in Wien gewirkt haben.
„Leistungsfähige Venues sind das Rückgrat jeder erfolgreichen Meeting-Metropole“, sagt Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner. „Und genau deshalb gilt es, diese Veranstaltungsorte – neben der Viecon sind das auch das Austria Center und die Hofburg – konsequent weiterzuentwickeln.“
Umgekehrt versteht sich die Viecon als „Teil der wirtschaftlichen DNA der Stadt Wien“, wie Weishaupt sagt. „Jede Veranstaltung ist auch Wirtschaftspolitik.“
Beliebter Kongressgast
Damit bezieht sie sich auf das Geld, das durch Kongresse lukriert wird. Ein Kongressgast gibt in Wien durchschnittlich 560 Euro pro Nächtigung aus – fast doppelt so viel wie durchschnittliche Wien-Besucher (360 Euro). Laut einer Wertschöpfungsstudie aus 2020 generiert zudem jeder Euro, der von der Stadt Wien in das Veranstaltungsgelände investiert wird, 15 Euro induzierte Wertschöpfung. Allein die Kongresse und Tagungen, die 2025 im Viecon stattgefunden haben, haben für mehr als 350.000 Nächtigungen gesorgt.
Alles Gründe, warum die rot-pinke Stadtregierung sich dezidiert für die Stärkung des Kongressstandorts ausspricht.
Die Stadt liegt beim weltweiten Ranking der International Congress and Convention Association (ICCA) auf Platz 1. Insgesamt werden heuer knapp 50 Großtagungen mit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Stadt ausgerichtet. Zudem laufen rund 290 Bewerbungen des Vienna Convention Bureau für Meetings bis ins Jahr 2038. Diese Pole Position will man halten. „Nachlassen darf man nicht, in anderen Städten wie Brüssel oder Paris wird investiert, aber noch sind wir die Stadt, auf die alle schauen“, sagt Weishaupt.
Ein großer Fokus liegt bei der Viecon auf Nachhaltigkeit. Diese wird von vielen Veranstaltern dezidiert nachgefragt. Events in der Messe Wien können als „Green Meetings“ zertifiziert werden. Derzeit ist eine Photovoltaik-Anlage am Dach der Halle A geplant, die rund die Hälfte des Energiebedarfs decken wird. Alleine dafür werden drei Millionen Euro investiert.
Die "Battle Kart"-Bahn ist ganzjährig nutzbar.
Lokales Standbein
Die Viecon soll aber dezidiert auch ein Veranstaltungsort für Wienerinnen und Wiener bleiben. Einerseits durch Publikumsmagnete wie die Ferienmesse oder die Buch Wien, andererseits wegen der ganzjährig nutzbaren „Battle Kart“-Bahn, die Kartfahren und Videospiel miteinander verbindet.
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