© Valerie Krb

Chronik Wien
01/14/2020

Vor Vorlesung des FPÖ-nahen Historikers Höbelt flogen Eier

Die Vorlesung von Professor Lothar Höbelt hätte eigentlich um 16.45 Uhr beginnen sollen. Die Autonome Antifa verhinderte das.

von Markus Strohmayer, Valerie Krb

Es ist nicht das erste Mal, dass linke Aktivisten eine Vorlesung des Historikers Lothar Höbelt an der Uni Wien stören. Bereits im November und Dezember des vergangenen Jahres wurde "Nazis raus" skandiert. Anlass der Protestaktion war ein Vortrag, den der außerordentliche Professor und FPÖ-nahe Historiker bei der umstrittenen "Herbstakademie" des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark hielt.

Die HochschülerInnenschaft (ÖH) an der Uni Wien stellte sich damals hinter die Demonstranten und forderte das Rektorat auf, die Zusammenarbeit mit dem Historiker einzustellen. Dazu kam es bisher nicht, weshalb sich heute, Dienstag, erneut Aktivisten im Uni-Hauptgebäude versammelten.

Die linksradikale Gruppierung "Autonome Antifa" rief auf Twitter zur Teilnahme auf und sprach gegen 16 Uhr von "ca. 200 Antifaschist*innen", die sich gerade in Position bringen würden. Diese blockierten den Eingang zum Vorlesungssaal, auch Eier flogen. Der umstrittene Professor selbst war nicht vor Ort. Ziel der Protestkundgebung war die komplette Verhinderung der Lehrveranstaltung, was auch gelang.

Als Reaktion auf die Demonstration waren auch an die 30 Vertreter der rechtsextremen Identitären vor Ort, sie wurden allerdings von den Polizeikräften auf einer Stiege eingekesselt. Zum Kontakt mit den linken Demonstranten kam es nicht.

Gerüchte, dass die Polizei im Anmarsch sei, bestätigten sich zunächst lange nicht. Schlussendlich waren jedoch etliche Beamte vor Ort. Seitens der Universität hieß es während des Protests, dass man gerade dabei sei, sich ein Bild von der Situation zu verschaffen. Kurz vor 18 Uhr zogen die Demonstranten dann langsam ab.