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Chronik Wien
10/21/2019

Uni Wien: Student kam mit Pistole und Messer in die Vorlesung

Der Mann war in sozialen Medien mit Gewaltfantasien aufgefallen. Die Uni verhängte nun ein Hausverbot.

Die Universität Wien hat am Montag ein Hausverbot gegen einen Studenten verhängt, der wiederholt bewaffnet zu Vorlesungen erschienen ist. Nachdem er in der Vorwoche aufgrund einer offen am Gürtel getragenen Pistole aus dem Hörsaal geführt wurde, wurde bei einer Kontrolle am gestrigen Montag ein Messer bei ihm gefunden, teilte Universitätssprecherin Cornelia Blum dem KURIER mit.

Am vergangenen Mittwoch war der Mann vormittags mit einer Pistole am Gürtel in die Räumlichkeiten der Fakultät für Physik in der Boltzmanngasse gekommen und hatte dort eine Vorlesung besucht. Die Studierenden seien daraufhin „verständlicherweise verunsichert“ gewesen, bestätigt Blum  einen Bericht des „profil online“. Laut Hausordnung herrscht an allen Standorten der Universität Wien uneingeschränktes Waffenverbot.

Der Student wurde vom Sicherheitsteam der Uni daraufhin aus dem Hörsaal begleitet und auf das Waffenverbot aufmerksam gemacht, auch die Polizei wurde eingeschaltet. Der mit einem Waffendokument ausgestattete Mann zeigte sich zwar einsichtig, wurde aber  dann aber fünf Tage später bei einer erneuten Kontrolle vom Sicherheitsdienst mit einem Messer aufgegriffen. Die Uni sprach daraufhin ein Hausverbot aus. Zudem wurde erneut die Polizei informiert. Das Betretungsverbot gilt zeitlich vorerst unbegrenzt. „Unsere Krisenmaßnahmen haben gut gegriffen, momentan steht aber trotzdem die interne Prüfung des Falles im Vordergrund“, meinte Sprecherin Blum. Auch etwaige Polizeiermittlungen wolle man abwarten.

Student darf Waffe behalten

Seitens Polizei hieß es, dass der Physikstudent angezeigt wurde. Zwar habe er eine Waffenbesitzkarte, diese berechtige ihn aber nicht, die Schusswaffe zu tragen. Abgenommen wurde ihm die Pistole aber nicht. Bezüglich des Messers sei man informiert worden. Ein Messer zu tragen, ist in Österreich aber nicht verboten.  Der zweite Vorfall werde dementsprechend keine Konsequenzen haben. 

Laut „profil online“ war der Mann auf Social Media mit Gewaltfantasien gegenüber dem Islam aufgefallen. Unter anderem habe er sich in einem Posting den Tod im Kampf gegen den Islam gewünscht. Auf Twitter schilderte er unter anderem, sein Leben lang unter Schlafstörungen zu leiden und deshalb immer wieder unter Medikamenteneinfluss zu stehen. 

Eine Studentin, die bei beiden Vorfällen mit dem Mann im Lehrsaal saß, erzählte dem KURIER, dass der Student in Vorlesungen mit seinem militanten Auftreten bereits mehrmals aufgefallen war.