Chronik | Wien
20.12.2011

Ukraine lernt in Sachen Tierschutz von Wien

Fußball-EM – Nach Protesten wird das Problem mit den streunenden Hunden angepackt.

Die Schlagzeilen in Tageszeitungen über die brutalen Abschüsse von streunenden Hunden in der Ukraine haben Tierschützer bewegt. Proteste – darunter auch vor der ukrainischen Botschaft in Wien – haben zu einem Umdenken im fernen Osteuropa geführt.

So hat die ukrainische Regierung versprochen, die Lösung des Problemes nun mit Hilfen und der Erfahrung europäischer Länder zu lösen. Der ukrainische Botschafter Andrii Bereznyi hat dem KURIER detailliert erklärt, dass Österreich mit seinen Tierschutzorganisationen führend mit dabei sein wird.

Am Montag ist in Wien eine Delegation aus der Ukraine eingetroffen, um den Wiener Tierschutzverein und seine Einrichtungen kennenzulernen und Pläne für das künftige Vorgehen zu diskutieren.

Geplant sind die Errichtung von Tierheimen und temporären Auffanglagern, in denen die Hunde kastriert werden sollen. Der Tierschutzverein bietet dazu seine Hilfe an. Madeleine Petrovic hat für das Projekt schon Sponsoren an Bord, wie sie dem KURIER versicherte.

Geplant sind freiwillige Einsätze von Tierärzten, welche die Kastrationen nach heimischen Standards vornehmen sollen. Mit einer Schmerzmittel-Depotspritze sind die Hunde nach dem Eingriff 14 Tage schmerzfrei. Petrovic schätzt die Zahl der wild lebenden Hunde auf mindestens 10.000 bis 20.000.

Botschafter Andrii Bereznyi erklärt dazu, dass es seit 2006 in der Ukraine ein Tierschutzgesetz gibt, das die inhumane Tötung von Tieren verbietet. Seit Dezember wird in der Stadt Wyschnewe bei Kiew ein neues Tierheim errichtet.

Im Jänner wird mit Vier Pfoten ein Memorandum über die Errichtung mobiler-Tier-Kliniken unterzeichnet. Im Süden des Landes eröffnete bei Odessa bereits ein Tierheim mit deutscher Hilfe. Gegen alle Stadt- und Bezirksorganisationen, welche Massentötungen von Hunden angeordnet haben, würden nun Verfahren eingeleitet.