© Hannes Gröbelacher

Chronik Wien
07/06/2021

Tristes ÖBB-Areal wird ab Ende Juli zum Pop-up-Park

Bezirk zahlt 3.000 Euro monatlich für Westbahnpark.

von Nina Oezelt

Jahrelang blieb es unbeachtet: das 70.000 Quadratmeter große Areal neben dem Westbahnhof.  Es erstreckt sich entlang der Felberstraße im 15. Bezirk –  vom Westbahnhof bis zur Linzer Straße.   
Neuerdings liegt jedoch ein Hauch von Hoffnung in der Luft. 

Ab Ende Juli wird zumindest ein Teil des Geländes, über dessen Nutzung schon lange diskutiert wird, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Bezirk will einen Pop-up-Park errichten. Dafür soll das Areal, das den ÖBB gehört, angemietet werden. 3.000 Euro soll der Bezirk für die 730 Quadratmeter große Fläche   monatlich an Miete zahlen. 

Da es sich um ein Bahnareal handelt, gibt es  einige Auflagen. „Es wird sicher trotzdem ein nettes Fleckerl“, sagt Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal (SPÖ). Große Events gibt es nicht, aber dafür werden  Pflanzen aufgestellt, Sitzsäcke und  Wasserelemente – etwa Nebelduschen – sind geplant.   Betreiber für Food-Trucks werden gesucht. Auch eine Jugendbetreuung soll es geben. 
Dass es so weit kommt, gleich einem kleinen Sommermärchen.

Schließlich setzt sich die Initiative Westbahnpark – ein Zusammenschluss von Landschaftsarchitekten und Künstlern – schon seit Längerem dafür ein, dass das Gelände Grünraum wird. Vorrangiges Ziel ist es, eine komplette Bebauung zu verhindern.
Die Fläche müsse aus zwei Gründen unverbaut bleiben, sagt die Initiative: Erstens sei das umliegende Gebiet sehr dicht verbaut und der Freiraumbedarf daher groß. Und zweitens sei die Fläche eine Kaltluftschneise, die es zu erhalten gelte, um die Überhitzung der Stadt zu verhindern. 

Die Initiatoren starteten eine Petition, die bis Ende September läuft.  4.928 Unterschriften hat man bereits gesammelt. Sogar  prominente Unterstützung gibt es. „Influencerin Daria Daria hat auf Instagram  über den Westbahnpark erzählt, schon waren es tausend Unterschriften mehr“, sagt Hannes Gröblacher. Der Künstler und Landschaftsarchitekt hat mit Boku-Professorin Lili Lička  und anderen  die Initiative westbahnpark.jetzt gestartet.  

Verhindern könnten den Pop-up-Park übrigens nur noch die ÖBB: Sie wollen das Projekt nicht bestätigen. Man sei   in Gesprächen, heißt es. Derzeit nutzen die ÖBB das Areal als Lagerfläche und für Büros. Der vordere Teil 
zwischen Westbahnhof und Schmelzbrücke wird aus Sicht der ÖBB erst nach 2030 frei.  Der Bereich dahinter könnte früher genützt werden.

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