Chronik | Wien
30.05.2018

Tödliche Schüsse auf Straße: Opfer hatte Täter angezeigt

Die 35-Jährige und der Schütze waren ein Ex-Paar. Der Mann soll der Mutter eines elfjährigen Sohnes bereits zuvor gedroht haben.

Dienstagvormittag endete das Leben der 35-jährigen Wienerin Sandra D. mitten auf der Straße im vierten Bezirk. Die Mutter eines elfjährigen Sohnes war durch mehrere Schüsse in den Kopf in der Rienößlgasse hingerichtet worden. Zeugen beobachteten danach, wie der Mann die Waffe gegen sich selbst richtete. Kurz nach der Tat war nur wenig über das Motiv bekannt. Am Mittwoch gaben Polizeirecherchen mehr Aufschluss über den möglichen Hintergrund.

Am 9. Mai erstattete Sandra D. Anzeige gegen den Mann. Nachdem D. die Beziehung mit ihm beendet hatte, soll er sie bereits mit dem Umbringen bedroht haben, erklärte Polizeisprecher Daniel Fürst. „Es gab deswegen eine Anzeige wegen schwerer Nötigung und ein Betretungsverbot für die Wohnung der Frau. Die Kollegen haben die Einhaltung in weiterer Folge auch überprüft.“ Im Zuge der Anzeige war auch ein Waffenverbot gegen den 38-jährigen Serben ausgesprochen worden. Der Mann war laut Polizei nicht im Besitz einer legalen Waffe. Unmittelbar nach der Tat war eine Schusswaffe sichergestellt worden. Woher sie der Täter hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Schüler wurden Zeugen

Die Bluttat ereignete sich direkt neben einer Neuen Mittelschule. Einige Kinder beobachteten die Tat. Ob der elfjährige Sohn des Opfers ebenfalls dort zur Schule geht, ist unklar. Auf KURIER-Anfrage wollte sich bei der Einrichtung niemand dazu äußern, es wurde auf die Polizei verwiesen. Aber auch die, wollte keine Bestätigung abgeben. Ungeklärt bleibt nun weiter, warum sich Opfer und Täter in der Rienößlgasse aufhielten. Der Mann war an einer Adresse in Wien-Ottakring gemeldet, Sandra D. wohnte offiziellen Dokumenten nach in Margareten.

Im Lauf des Mittwochs wurden Angehörige einvernommen. Auch eine Obduktion der beiden Leichen fand statt – das Ergebnis war noch ausständig.