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Chronik Wien
07/24/2019

Telefon-Betrug: Falsche Polizisten erbeuten 2,5 Millionen

Derartige Betrugsfälle gab es in Wien in den letzten Monaten häufig. Laut Polizei gab es zumindest 400 Versuche.

Sie rufen ältere Menschen  über später nicht mehr nachvollziehbare Internet-Verbindungen an, geben sich dabei als Polizisten aus und bringen sie mit fiesen Tricks um ihr Erspartes: Die falschen Polizisten erklären am Telefon, dass es Ermittlungen gäbe (z.B. wegen Einbrüchen) und dass man besser die Ersparnisse der Polizei übergeben solle, damit das Geld nicht erbeutet werden kann. Während ein Täter am Telefon die Verbindung zu den Opfern hält, kommt ein Komplize persönlich zu der Wohnung der Opfer, zeigt einen täuschend echten Polizeiausweis vor und nimmt von den manipulierten Opfern die Bargeldmengen entgegen. Danach verschwinden die Täter.

Derartige Betrugsfälle gab es in Wien in den letzten Monaten häufig, die Schadenssumme liege bei 2,5 Millionen Euro, teilt die Polizei mit. Nun hat eine auf Betrug spezialisierte Ermittlungsgruppe des LKA Wien (Gruppe Toth), herausgefunden, dass es sich bei den in Wien vorgefallenen Delikten um eine einzige Tätergruppierung handelt. Seit März gelangen zusammen mit der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) die Festnahmen eines 41-jährigen Serben, eines 28-jährigen Türken sowie eines 37-jährigen Serben. Der 41-Jährige sowie der 37-Jährige wurden in flagrante delicto festgenommen, herausgelocktes Bargeld (einmal 10.000 Euro, das zweite Mal 20.000 Euro) konnte in diesen zwei Fällen an Ort und Stelle den betagten Opfern zurückgegeben werden. In allen anderen bekannten Fällen ist das Geld wohl dahin.

38 Fälle nachgewiesen

Während sich der 41-Jährige zur Sache geständig zeigt, verweigern die beiden mutmaßlichen Komplizen die Aussage. Alle drei Festgenommenen befinden sich in Untersuchungshaft. In dem nach wie vor laufenden Ermittlungsverfahren konnten den drei Beschuldigten bislang 38 Betrugsfälle nachgewiesen werden. Es dürfte noch eine hohe Dunkelziffer an versuchten, nie zur Anzeige gebrachten Betrugsfällen geben. Von allein 400 fehlgeschlagenen Versuchen wissen die Ermittler. Gefahndet wird übrigens noch nach einer weiteren mutmaßlichen Betrügerin - in einigen Fällen soll nämlich eine Frau das Geld abgeholt haben. Ebenso wird ermittelt, ob es Hintermänner gibt.

Die Polizei ersucht etwaige Opfer versuchter oder vollendeter Deliktsbegehungen, sich umgehend an die nächstgelegene Polizeidienststelle oder direkt an das LKA Wien unter Tel. 01-31310-33522 zu wenden. Verwandte und Bekannte sollten ältere Personen außerdem vor derartigen möglichen Betrugsversuchen warnen. Die Polizei rät außerdem, niemals Bargeld zu übergeben.

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