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Subzero Coffee: -86 Grad und es schmeckt nicht besser

Ein neuer Kaffee-Trend bringt Abkühlung bei sommerlicher Hitze. Auch der Preis ist sehr heiß.
Julia Deutsch
Subzero-Coffee

Wie sich -86 Grad Celsius Außentemperatur auf der Haut anfühlen, wissen wohl nur Forscherinnen und Forscher, die im Jahr 1983 auf der russischen Wostok-Messstation anwesend waren. Am kältesten Ort der Erde, dem ostantarktischen Plateau, wurde damals nämlich eine Rekordtemperatur von -89,2 °C gemessen. Ein klarer Fall für die Winterdaune!

Mit den erwähnten -86 Grad rühmt man sich mittlerweile aber auch in Wien, nur ganz anders als in der Antarktis: Dort ist die Temperatur ein einzigartiges Verkaufsargument für einen Kaffee im Glas. Lightsout Café heißt der Laden, der die besondere Kaffee-Kreation nun in der Josefstädter Straße feilbietet. In anderen Metropolen der Welt soll das Getränk, bei dem nur das Glas schockgefrostet wird, bereits gefeiert werden. Kaffee-Connaisseure sagen wohl, es sei ein besonderes Geschmackserlebnis.

Subzero

Bevor wir aber in den Genuss des neuen Trends „Subzero Coffee“ (weit unter Null, eh klar) kommen, beginnt das Erlebnis für uns bereits beim Preis: 6,90 Euro für ein Glas Kaffee lässt uns wundern. Die Minusgrade müssen aber eben mit viel teurer Energie in einer speziellen Maschine hergestellt werden. Wir sind ja nicht nahe des Polarkreises sondern schon noch in der Josefstadt. Außerdem sind die kühlen Kaffees auf nur 120 Gläser pro Tag rationiert (klingt doch irgendwie wieder nach Forschungsstation). Das mit der künstlichen Verknappung funktioniert einfach immer.

Nun gut, wir sind so weit: Wir kosten das Gebräu. Die mitgelieferte Anleitung empfiehlt, zehn Sekunden zu warten, bevor man das Glas angreift. Keine Chance den gefrierbrandeten Fingern und Lippen!

Die Flüssigkeit selbst ist leicht cremig, sie schmeckt nach geeistem Kaffee. Ähnlich wie ein Café Frappé aus dem Urlaub. Also eh gut. Unser Leben hat sich durch diesen Schluck aber nicht verändert. Nur setzt jetzt leider wie nach jedem Fehlkauf die kognitive Dissonanz ein und flüstert ins Ohr: Und dafür habe ich wirklich sieben Euro ausgegeben?

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