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Statt Aluminium: Mit Holz-Schildern werden (Verkehrs-)Zeichen gesetzt

Die Stadt Wien setzt immer mehr auf Verkehrszeichen aus nachwachsendem Rohstoff. Damit bekommt der „Schilderwald“ eine ganz neue Bedeutung.
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Vor gut fünf Jahren war es noch ein eher zaghafter Testlauf in bescheidenem Ausmaß: Vor der Zentrale der Straßenbauabteilung MA 28 in der Hernalser Lienfeldergasse wurden zwei Verkehrszeichen aus Holz aufgestellt. Die herkömmlichen Alu-Taferln wurden durch mit Folien bedruckte Bambus-Schilder ersetzt – und so einem ersten Härtetest unterzogen. Übrigens waren es Parkverbotsschilder, die womöglich eine kleine Schilderrevolution in Wien auslösten.

Pappel und Birke im Schilderwald

Denn nach den üblichen Kinderkrankheiten werden die Holz-Schilder nunmehr über ganz Wien ausgerollt. Zunächst wurden bei der Wiedereröffnung des Christian-Broda-Platzes beim Westbahnhof 46 neue Exemplare aus dem nachwachsenden Rohstoff aufgestellt – wobei da schon die adaptierte Version zum Einsatz kam. Denn die aufgepickte Folie ist nur dann wirklich wetterfest, wenn das Holz zuvor thermobehandelt wurde; außerdem wurde fernöstlicher Bambus durch hiesige Gehölze ersetzt. „Die österreichischen Herstellerfirmen haben auch Holz-Verkehrszeichen aus mitteleuropäischen Holzarten – Pappel oder Birke – in ihr Sortiment aufgenommen“, berichtet MA28-Sprecher Erwin Forster.

Das ist natürlich für das Image einer selbst ernannten Klimamusterstadt wie Wien von Relevanz, schließlich gilt es beim Energieverbrauch auch an den kleineren Rädchen zu drehen. So seien die Schilder nach Ende der üblichen Lebensdauer von rund 20 Jahren kompostierbar oder thermisch verwertbar. Zudem würde bei der Produktion nur rund ein Drittel der Menge an CO2 freigesetzt wie bei einem herkömmlichen Aluminium-Verkehrszeichen, erklärt Forster.

Was zunächst nach wenig klingt, läppert sich freilich zusammen. Denn Wien verfügt über 90.000 Verkehrszeichen-Standorte mit insgesamt etwas mehr als 200.000 Schildern. Allerdings ist es derzeit eher unrealistisch, dass der städtische Schilderwald bald seinem Namen gerecht und alles umgerüstet wird. Die Produktion eines Verkehrszeichens aus Holz ist aktuell noch rund doppelt so teuer (rund 100 Euro pro Stück) als ein herkömmliches. Die Holz-Zeichen werden daher nur dort installiert, wo Straßen und Plätze umgestaltet oder erneuert werden – zuletzt etwa in der Rembrandtstraße (2.), der Rinnböckstraße (11.) oder am Süßenbrunner Platz (22.).

Hält auch bei 40 Grad

Die Extremhitze der vergangenen Tage hätte bei den Holz-Schildern übrigens „keine Probleme“ verursacht, beteuert Forster. Bleibt zu hoffen, dass sich alle Verkehrsteilnehmer an die aufgestellten Zeichen halten – egal ob aus Alu oder Holz.

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