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Chronik Wien
09/29/2021

Spuren verdichten sich, dass Wien-Attentäter Unterstützung hatte

DNA-Spuren belasten 27-jährigen Hashim U. Er könnte auch die letzten Stunden vor der Tat mit ihm verbracht haben.

Die Polizei hat möglicherweise einen engen Komplizen des Wien-Attentäters identifiziert. Gegen den gebürtigen Afghanen, der die österreichische Staatsbürgerschaft hat, soll es viele Anhaltspunkte geben. Seine DNA-Spuren wurden auf Waffen und Patronen gefunden, die beim Anschlag verwendet wurden. Das berichtet der Standard. Der 27-jährige Hashim U., der seit Dezember in Untersuchungshaft sitzt, soll unter anderem beim Attentäter gewohnt haben.

Verdächtig sei das Verhalten am Tag der Tat: Sein Handy war ab Mittag bis zur Zeit des Attentats ausgeschaltet, danach wurde es deaktiviert. Leyla, seine Ehefrau nach islamischem Recht, verschaffte ihm ein Alibi, bis sie es widerrief: Sie erzählte, dass noch am Tatabend die Familie Hashims gemeinsam Chats gelöscht und Spuren verwischt haben soll. Auch ein Schlüssel zur Wohnung des Attentäters soll an Hashims Vater übergeben worden sein.

Verwandte kämpften für den IS

Die Familie U. soll amtsbekannt sein. Das Wiener Landesamt für Verfassungsschutz schreibt in einem Bericht, der „Clan“ sei „seit Jahren als (...) zutiefst islamistisch-fundamentalistisch“ identifiziert. Mehrere von Hashims Cousins haben sich 2015 der Terrormiliz IS in Syrien angeschlossen, die meisten kamen ums Leben - ein Cousin soll im Irak inhaftiert sein.

Auch Hashim (er besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft) sei den Behörden schon aufgefallen, die Liste an Verurteilungen des heute 27-jährigen gebürtigen Afghanen soll lang sein: Raub, Körperverletzung, Nötigung und Sachbeschädigung.

Frau hatte Angst

Die Rolle seiner Frau soll etwas komplexer sein.  Einerseits dürfte sie für ihren Mann Texte des IS-Unterstützerportals „Ahlut-Tawhid Publications" übersetzt und korrigiert haben. Andererseits trennte sie sich drei Monate vor dem Anschlag von ihm, weil er eine Zweitfrau wollte. Sie soll in Chats an Freundinnen geschrieben haben, dass sie Angst habe. Zum Beispiel an jenen Sommertagen im Juli 2020, als ein internationales Jihadistentreffen in Wien stattfand. Damals baten deutsche Behörden ihre Kollegen in Österreich, eine Observation der aus Dortmund anreisenden Islamisten durchzuführen.

Bisher nicht öffentlich bekannt ist, dass die deutschen, schweizer und heimischen Jihadisten auch bei Familie U. zu Gast gewesen sein sollen: Zuerst in der Wohnung von Hashims Eltern, dann in seiner Wohnung. Auf deren Handy wurde von diesem Tag ein Foto mit zwölf Paar Schuhen gefunden. Das Handy des späteren Attentäters loggte sich am 19. Juli 2020 in der Nähe von Hashims Wohnung ein.

Hashim sitzt seit Dezember in Untersuchungshaft, seine Frau wurde enthaftet. Die Behörden haben den „dringenden Verdacht“, dass er „die Stunden vor der Tat“ mit dem späteren Attentäter. verbracht habe, um diesen vorzubereiten. Sie halten es sogar für möglich, dass Hashim ihn in die Nähe des Tatorts fuhr, fanden jedoch keine Spuren in den von Hashim benutzten Autos.
 

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