Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Vor Song Contest in Wien: "Wir sind für den Terrorfall einsatzbereit"

Die Vorbereitungen der Sicherheitsbehörden zwei Wochen vor dem Song Contest laufen auf Hochtouren. Präzisionsschützen, Personenschützer und Entschärfer werden im Einsatz sein, Unterstützung kommt aus der Luft.
Ein Soldat in Uniform steht hinter zwei Überwachungsdrohnen auf einem mit Tarnnetz bedeckten Tisch.

Das Surren des Roboterhundes „Spot“ wird an diesem Vormittag nur von der Drohne übertönt, die im Innenhof der Roßauer Kaserne hochsteigt. Die Polizei präsentierte bei einem Lokalaugenschein, mit welchen Spezialeinheiten und technischen Geräten man sich für den Eurovision Song Contest in zwei Wochen rüstet.

„Gerade bei internationalen Großveranstaltungen ist es wesentlich, dass unterschiedlich spezialisierte Kräfte eng zusammenwirken und im Bedarfsfall jederzeit handlungsfähig sind“, erklärte Stefan Steiner, Einsatzkommandant bei der Cobra. Bedeckt hält sich der leitende Beamte aus dem ESC-Einsatzstab allerdings auf die Frage nach der konkreten Einsatzstärke sowie der Zahl an Hubschraubern oder Drohnen, die die Kräfte am Boden unterstützen. „Drohnen sind bei keinem größeren Einsatz mehr wegzudenken. Wir nutzen sie für Aufklärung von Straftaten, für Verfolgungen und die Suche nach Tätern“, führte Steiner weiter aus.

Drohnenabwehr-System

Genauso bedeutend sei mittlerweile auch die stationäre und mobile Abwehr von Drohnen. Bei Großveranstaltungen komme es bereits vor, dass die Polizei verdächtige Flugobjekte vom Himmel holen muss. „Gott sei Dank noch nicht in dem Ausmaß, wie wir es teilweise befürchtet haben. Aber man sieht, dass es notwendig ist, dass wir hier wirklich am Ball bleiben“, sagte der Cobra-Beamte.

Zur Technik, wie das Drohnenabwehrsystem funktioniert, sagte Steiner nichts. „Ein Profi, der sich mit dem Thema auseinandersetzt, der sieht unsere Gerätschaften und kann sich dann unsere Kompetenz ausrechnen. Und das wollen wir nicht.“

Robo-Hund Teil der Antiterrortruppe

Die Drohnen können auch innerhalb von Gebäuden eingesetzt werden – doch spätestens bei geschlossenen Fenstern oder Türen stoßen die Flugobjekte an ihre Grenze, erklärte der Einsatzkommandant. In solchen Fällen greifen die Beamtinnen und Beamten auf „Spot“ zurück, den Roboterhund. Der vor vier Jahren angeschaffte Vierbeiner zählt zu den wichtigsten technischen Einsatzmitteln der Antiterrortruppe. „Der Hund kann sogar selbstständig Türen öffnen. Wenn wir den Verdacht haben, dass Sprengfallen verbaut sein könnten, dann schicken wir nicht gleich einen Kollegen, sondern den Hund vor.“

45 Minuten hält der Vierbeiner im Schnitt bei Einsätzen durch. „Die Laufzeit der Batterie hängt natürlich davon ab, wie beansprucht er ist, wie weit er gehen muss und ob er etwas tragen muss. Und wir haben Ersatzbatterien“, erläuterte Steiner. Auch Stiegen könne „Spot“ hinauf und hinunter gehen. Außerdem höre er besser als die Zugriffshunde.

Ein Polizist steuert zwei verschiedene Einsatzroboter auf einem Hof, einer mit Kettenantrieb und Greifarm, der andere mit vier Beinen.

Vier schwer bewaffnete Polizisten in Tarnuniformen und Helmen stehen nebeneinander auf einer Straße.

Eine Drohne mit eingeschaltetem Licht fliegt vor klarem, blauem Himmel.

Ein Soldat beobachtet eine fliegende Drohne vor einem historischen Gebäude mit buntem Anbau und mehreren geparkten Autos.

Ein vierbeiniger Roboter steht vor Soldaten in Uniform, im Hintergrund militärische Ausrüstung und ein Tarnnetz.

Ein Soldat in Uniform steht hinter zwei Überwachungsdrohnen auf einem mit Tarnnetz bedeckten Tisch.

Schützen nicht sichtbar

Am Boden werden die Einsatzkräfte von Präzisionsschützen unterstützt. „Wir brauchen sie Gott sei Dank nicht oft, sie sind als Backup im Hintergrund einsatzbereit. Sie werden keinesfalls sichtbar sein, aber sie sind ständig da“, betonte der leitende Cobra-Beamte.

Eine Einheit, die sich sowohl am Boden als auch in der Luft bewegt, ist die Flugpolizei. „Wir haben zusätzlich zu den Regulärdienstkräften, die sowieso über ganz Österreich eingesetzt sind, zusätzliche Kräfte mobilisiert, die exklusiv für den Song Contest zur Verfügung stehen“, sagte Martin Otahal von der Flugpolizei. Insgesamt verfügt die Flugpolizei österreichweit über 16 Hubschrauber. Wie viele für den ESC abgestellt sind, wollte Otahal nicht verraten. „Die Hubschrauber und die Besatzungen sind im Nahbereich der Veranstaltungsorte aufhältig, damit wir möglichst schnelle Reaktionszeiten haben“, führte der Flugpolizist aus.

Die Sicherheit, die man seitens der Polizei vom 10. bis zum 17. Mai auf den Boden bringen wird, suche ihresgleichen, betonte man bei den Sicherheitsbehörden. „Wir sind in jedem Fall einsatzbereit für den Terrorfall. Wir hoffen aber, dass es nie so weit kommen wird“, sagte Steiner.

Kommentare