Chronik | Wien
02/13/2016

Semmelweisklinik: Deal im Umfeld von Geldwäsche?

Opposition fordert vom Rathaus "umfassende Aufklärung" zum Verkauf der Klinik.

Der Verkauf der Semmelweis-Klinik an Investoren im Sommer 2012 könnte ein politisches und juristisches Nachspiel bekommen: Die Wiener Zeitung berichtet von möglicher Bestechung und Geldwäsche, die Rathaus-Opposition fordert dringend Aufklärung von der Stadtregierung.

Die Klinik war um 14,2 Millionen Euro ("unter Preis") verkauft worden, um dort eine Musikschule zu gründen. Pikant: Der Gutachter, der im Auftrag der Stadt den Kaufpreis schätzte, erstand offenbar ein Zinshaus auf dem Areal um läppische 500.000 Euro. Der Initiator des Schulprojekts wurde kurz darauf hinausgeworfen – angeblich weil er kein Bestechungsgeld annehmen wollte, wie er selbst sagt.

Laut dem Bericht sucht die Staatsanwaltschaft Zürich den Investor und Oligarchen Richard Chandler, der den Zuschlag für die Semmelweisklinik bekam, wegen Verdachts der Geldwäsche. Auch der US-Geheimdienst CIA vermutet dubiose Geschäfte von Chandler, Ermittlungen seien aber von russischen Behörden stets unterbunden worden.

Die ÖVP, die NEOS und die FPÖ fordern in Aussendungen nun "umfassende Aufklärung" von Bürgermeister Michael Häupl.