Schluss mit lustig: „Komische Künste“ werden Buchhandlung
Ende Jänner zieht die Cartoon-Galerie aus dem Museumsquartier aus. Ein neues Zuhause hat sie bereits gefunden. Ausstellungen wird es aber keine mehr geben.
In der Cartoon-Galerie „Komische Künste“ gab es zuletzt recht wenig zum Lachen. Mit Ende Jänner werden dort nämlich die Tore geschlossen und auch nicht wieder geöffnet. Im Museumsquartier, wo sich das Ausstellungs- und Geschäftslokal der Galerie bisher befunden hat, wurde der Mietvertrag nicht verlängert. Vorausgegangen war dem ein Zwist mit der dortigen Direktion, wie der KURIER berichtete.
Für den neuen Standort hätte sich Clemens Ettenauer, Geschäftsführer von „Komische Künste“, eigentlich eine größere Ausstellungsfläche gewünscht. Die Galerie hätte gegebenenfalls sogar zu einem Catroon-Museum werden sollen. Dieses Vorhaben ist nun aber gescheitert. Im dafür initiierten Crowdfunding konnten statt der erhofften 25.000 Euro nämlich nur 3.553 Euro gesammelt werden. „Wir haben kein Lokal gefunden, in dem wir Ausstellungen hätten machen können und das für uns auch leistbar gewesen wäre“, sagt Ettenauer.
"Interesse zu klein"
Humoristische Ausstellungen wie es sie bisher gab, wird es in Zukunft deshalb keine mehr geben. „Das Interesse daran ist in Wien einfach zu klein, das hat uns auch das gescheiterte Crowdfunding gezeigt.“
Und dennoch, ganz verlieren wird Clemens Ettenauer den Humor nicht. Lustige Bücher sollen auch weiterhin verkauft werden. Und zwar in der neuen „Holzbaum Verlagsbuchhandlung“, die schon bald in der Döblinger Hauptstraße 61 eröffnet.
Schon seit 1930 gibt es an dieser Adresse eine Buchhandlung. Zuletzt die „Georg Fritsch Buchhandlung“, die Ende vergangenen Jahres zugesperrt hat. „Die Vermieter haben sich nun wieder eine Buchhandlung in dem Geschäftslokal gewünscht“, sagt Ettenauer. Und die gibt es nun.
Sanfte Sanierung
Ohne Humorschwerpunkt geht es bei der Nachfolge-Buchhandlung von „Komische Künste“ aber nicht. „Wir werden weiterhin humoristische Bücher verkaufen.“ Aber auch andere Literatur, Kinder- und Kochbücher sollen angeboten werden.
Derzeit wird die Buchhandlung saniert. „Wir wollen möglichst sachte renovieren, um den Charme der alten Buchhandlung zu erhalten“, sagt Ettenauer. Eröffnet wird ab 1. Februar deshalb nur der vorderste Raum des Geschäftslokals. Der Rest folgt.
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