Chronik | Wien
08.04.2017

Roter Streit um Radprojekt auf der Roßauer Lände

Bezirk ließ untersuchen, ob man eine Autospur für Radfahrer und Parkplätze freimachen könnte.

Der Brigittenauer Bezirksvorsteher Hannes Derfler (SPÖ) ist "stinksauer". Grund für den Unmut ist ausgerechnet das Projekt eines roten Kollegen aus dem Alsergrund: Konkret geht es um die Idee, die Fahrpuren auf der Roßauer Lände von drei auf zwei zu reduzieren, um Platz für Radfahrer und Parkplätze zu schaffen. Diese Möglichkeit ließ die Bezirksvorstehung Alsergrund von der MA46 untersuchen.

Das Fazit: Es ist möglich, es würde aber zu Verlagerungen kommen, zu Rückstaus in anderen Bezirken und mehr Autos am Währinger Gürtel.

Derfler kritisiert den Plan aufs Schärfste: "Das Projekte hätte massive Auswirkungen auf die Brigittenau. Die Floridsdorfer Brücke würde ein Stöpsel werden. Das darf nicht sein. Irgendwelche Bremskörper einzubauen, das ist kein Verkehrskonzept, das ist Schikane. So etwas noch dazu über Aussendungen zu erfahren, ist keine Art."

Thomas Liebich, stv. Bezirksvorsteher des Alsergrunds, betont gegenüber dem KURIER, dass man nichts übers Knie brechen wollte.

Er hätte das Gespräch in nächster Zeit gesucht, aber eine Aussendung des Projektgegners FPÖ Alsergrund sei ihm zuvorgekommen. Es sei aber ein Fakt, dass sich die Bewohner des Alsergrunds weniger Verkehr wünschten und die Stärkung des Radverkehrs ein generelles Thema sei.

Immer mehr Radler

Im Büro der zuständigen Stadträtin Maria Vassilakou (Grüne) begrüßt man es sehr, dass sich Bezirke für Radprojekte engagieren und verweist auf die stark wachsenden Zahlen. So waren im März 2017 am Opernring fast doppelt so viele Radfahrer unterwegs, wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Konkret wurden pro Werktag 4635 Radfahrer gezählt. Für die gelte es, die notwendige Infrastruktur zu schaffen.