Zur Vorspeise gab es für Gernot Kulis Calamari fritti und eine Anitpasti-Platte

© KURIER/Jeff Mangione

Treffpunkt Wien
02/29/2016

Restaurant da Moritz: Wenn der Callboy Calamari wählt

Nach dem Eishockey-Training oder vor einem Auftritt stärkt sich Gernot Kulis gerne im "da Moritz".

von Anna-Maria Bauer

Wenn Gernot Kulis einmal in einem Waffengeschäft anruft, dann nur, um sich zu beschweren, dass der Pfefferspray dem Steak nicht genug Würze gegeben hat.

Mit Anrufen wie diesen treibt der Ö3-Callboy seit 16 Jahren ahnungslose Mitarbeiter oder auch prominente Österreicher wie Arnold Schwarzenegger oder Niki Lauda am anderen Ende der Leitung zur Verzweiflung und zaubert dafür den Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht.

Wenn der Comedian, der Ö3-Hörern auch als Professor Kaiser bekannt ist, tatsächlich Gusto auf Steak bekommt, geht er in die Schellinggasse 5, ins "da Moritz", eines von derzeit fünf Restaurants der Gastrofamilie Huth. (Zwei weitere ihrer Lokale befinden sich nur ein paar Türen weiter.) Öfter als Steak isst Kulis hier allerdings die Pizza Bufalina – die genehmigt er sich auch an diesem Tag, nach Calamari fritti als Vorspeise. Denn im "da Moritz" wird auf mediterrane Küche gesetzt. Benannt ist dieses Restaurant übrigens nach dem zweitältesten Sohn von Robert und Gabriele Huth.

Hierher kommt Gernot Kulis oft mit der ganzen Familie. Denn: "Mit Kindern gehst du dorthin, wo du dich schnell wohlfühlst." Und die Huth’sche Lokalphilosophie – unkompliziert gutes Essen, ohne Chichi, ohne Tamtam – sagt ihm nun einmal zu. So sehr, dass er manchmal auch schnell nach dem Eishockeytraining vorbeischaut. Oder vor einem Auftritt.

Der Platin-Award

Für sein aktuelles Programm "Kulisionen" wurde er vergangenes Jahr mit dem Platin-Award ausgezeichnet. Mit 200.000 Zusehern ist es das erfolgreichste erste Soloprogramm eines österreichischen Künstlers.

Die Zwischenbilanz nach knapp 500 Auftritten: Fünf Paar verschlissene Sneakers, etliche abgewetzte T-Shirts und eine zerrissene Jeans. Dieses Frühjahr geht es weiter.

Sein Talent fürs Stimmenimitieren erkannte Kulis als Jugendlicher. Anfangs waren es Freunde, die er nachmachte, dann Lehrer, später Sportreporter. "Ich habe als Kind viel Fußball gespielt (später auch in der Jugend-Nationalmannschaft, Anm.), habe währenddessen bekannte Sportreporter imitiert und meine eigenen Spielzüge kommentiert."

Was es zum Imitieren braucht? "Ich tue mir mit gewissen Stimmen einfach sehr sehr leicht. Das sind Gott sei Dank viele. Ich erkenne sofort, wo die Stimme hockt. Helmut Zilk, etwa, hat mit dem Kehlkopf gesprochen, das ist ein bisschen tiefer. Armin Assingers Stimme kommt von hinten raus."

Der Fisch-Catwalk

Parodieren kann man übrigens nicht nur Menschen, sondern auch Tiere. Im Programm gibt es daher auch einen Fisch-Catwalk im Meer. Moderiert wird das Event von – wie könnte es anders sein – Bruce Darnell. "Der sagt dann Sachen wie" – im Sekundenbruchteil switcht Kulis in ein Bundesdeutsch mit schwerem amerikanischem Akzent – "Ik liebe dik, Kugelfisch, aber (kurze Pause) du musst an deiner Figur arbeiten."

Apropos Meer. Dabei fällt ihm die Anekdote vom Flughafen am Roten Meer ein. Der Abflug verspätete sich um drei Stunden. Zur Auflockerung ging er irgendwann zum Mikrofon und machte eine Durchsage. Dass es sich um einen Militär-Flughafen handelte, hatte er allerdings nicht bedacht. Die Zeit bis zum Abflug verbrachte er daraufhin in Polizeigewahrsam. Und die Handys, die die Aktion gefilmt hatten, wurden eingesammelt.

"Das", sagt Gernot Kulis, lacht und spießt das letzte Stück Pizza auf, "war eine klassische Kulision."

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