Wiener Derby: Die Rückkehr der Fans ins Stadion
Die Fans beider Seiten beim Derby
Erstmals seit rund eineinhalb Jahren werden beim ausverkauften Derby am Sonntag in der Generali Arena in Favoriten zwischen Austria Wien und SK Rapid sowohl wieder violette als auch grün-weiße Fahnen geschwungen.
Nach Gewaltexzessen im September 2024 in der Allianz Arena in Hütteldorf hatten sich die Klubs darauf geeinigt, für die nächsten vier Derbys keine Auswärtsfans mehr zuzulassen.
Den ersten Fans begegnet der KURIER schon in der U-Bahn. Es wird gesungen, Bierdosen werden geöffnet und die Scheiben mit Rapid-Stickern beklebt. "Da is so leise, wollen wir bissl Gas geben", fragt einer, woraufhin "Veilchen, wir hören nichts" erklingt.
Am Reumannplatz selbst sind bereits gegen 15 Uhr Absperrungen aufgebaut und Mitarbeiter der Wiener Linien an Ein- und Ausgängen postiert. Laufend treffen Freundesgruppen ein, vor allem junge Männer. Ein weiblicher Fan hat sich die kurzen hellblonden Haare stellenweise grün gefärbt.
Ob die Auszeit bei den Fans etwas bewirkt hat? Im Vorfeld hofften beide Klubs auf ein friedliches Spiel, führten Gespräche und stimmte sich mit dem Erzrivalen ab. Rund 14.000 Austria-Anhänger würden in ihrem Heimatstadion auf 1.600 Rapid-Fans treffen.
Die Rapid-Ultras trafen sich bereits vor Anpfiff für einen Fanmarsch – und das mit reichlich Euphorie und großen Hoffnungen. Schließlich hatte man eine Serie von elf Pflichtspielen ohne Sieg hinter sich. Die allgemeine Befürchtung: Eine Niederlage würde den ohnehin schon großen Unmut weiter steigern.
Über den Köpfen der Fans schwebte aber auch das schmerzhafte Wissen, dass sollte es erneut zu Ausschreitungen wie im Jahr 2024 kommen, Derbys ohne Auswärtsfans zur dauerhaften Einrichtung werden.
Die Polizeipräsenz war groß
Gerüstet ist für das Spiel auch die Polizei, im Einsatz stehen rund 500 Beamtinnen und Beamte. Ein Sicherheitsbereich wurde eingerichtet sowie eine Durchsuchungsverordnung erlassen.
Hohe Polizeipräsenz
Bald treffen auch die ersten Polizeibusse ein und ziehen ihre Runden, viel zu sehen gibt es Sonntagnachmittag für die Beamten jedoch nicht. Die Fans pilgern in dicken Wintermäntel und grünen Schals gekleidet Richtung Stadion. Je näher man der Arena kommt, desto mehr Polizeipräsenz ist zu sehen.
Bei der Kontrolle vor dem Stadion hallen lautstark die Rapid-Fan-Gesänge nach draußen – die, die noch draußen warten, nehmen das als Zeichen, ihr Bier nun endlich auszutrinken und dem Herrn mit dem schon vollen schwarzen Müllsack zu reichen. Zumindest er steht als Gewinner schon fest: Er nutzt das Spiel, um reichlich Pfand einzusammeln.
Warnung vor Verzögerungen
Gewarnt wurde im Vorfeld auch, dass im Zuge des Besucheraufkommens im Bereich rund um die Generali-Arena viel Verkehr, Sperren und Verzögerungen kommen kann.
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