Wo Wiens Radfahrer heuer mehr Platz bekommen

Günstigere Bauweisen sollen bei geringerem Budget helfen.
Eine Gruppe von Radfahrern und eine Fußgängerin überqueren eine Straße.

Von Franziska Trautmann

Wenn sich die ersten Sonnenstrahlen blicken lassen, zeigen sich  wieder mehr Radfahrer auf Wiens Straßen. Zeitgerecht dazu werden  zum sechsten Jahr in Folge die neuen Pläne der Radwegoffensive der Stadt Wien präsentiert. 

„Wir haben im Rahmen unserer  Wiener Radwegoffensive der rot-pinken Koalition bereits mehr als 100 km neue Radinfrastruktur alleine im Hauptradwegnetz gebaut“, sagt SPÖ-Mobilitätsstadträtin Ulli Sima. Heuer sollen 33 Projekte und 12,5 Kilometer Radverkehrsinfrastruktur umgesetzt werden. 

Sparen mit anderen Bauweisen

In den vergangenen Jahren wurde die Radwegoffensive aus einem Sonderfördertopf von rund 100 Millionen Euro der Stadt Wien finanziert. Mit der neuen Legislaturperiode gibt es diese Förderung nicht mehr, daher sind heuer rund 20 Millionen Euro aus dem Regelbudget dafür eingeplant. Um Geld und Zeit zu sparen, sind neue Bauweisen angedacht.

„Wir wollen dadurch unser Budget intensiver ausnutzen können“, sagt Sima. Mit der Leichtbauweise werden Radwege  ebenerdig der Straße gebaut und mit Bodenmarkierungen und Grünflächen gekennzeichnet. „So haben wir es teilweise schon um das Rathaus gebaut und das funktioniert gut“, sagt Sima. Sonst werden Radwege für gewöhnlich erhöht gebaut und mit Gehsteigkanten markiert. 

Mehrere Bezirke im Umbau

Umgesetzt wird die Leichtbauweise heuer in der Leopoldstadt auf der Oberen Donaustraße mit einem 410 m langem Zwei-Richtungs-Radweg. Damit spare die Stadt Wien laut Sima mehr als 1 Millionen Euro – trotzdem koste auch der neue Ausbau noch 700.000 Euro. 

Auf der anderen Seite des Donaukanals im 3. Bezirk soll zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse ein 700 m langer Radweg gebaut werden.  Und im Zuge der Verlängerung der Straßenbahn Linie 18 wird auch ein neuer Radweg kommen. 

In Wieden ist geplant, den Zwei-Richtungs-Radweg auf der Wiedner Hauptstraße bis zur Hartmanngasse zu verlängern. Die Durchfahrt beim Rudolf-Sallinger-Park soll auch bald in beide Richtungen nutzbar sein. 

Im 9. Bezirk soll ein 400 Meter langer Radweg auf der Althanstraße gebaut werden – wie in Leopoldstadt mit der Leichtbauweise. In Favoriten kommen zwei neue Radwege, einer in der Neilreichgasse und einer zwischen Hasengasse und Davidgasse.

Fokus auf Außenbezirke

Ein heuriges Großprojekt ist die Verlängerung der Radwege um 720 m auf der Äußeren Mariahilfer Straße im 15. Bezirk. Aber auch in Floridsdorf soll fleißig gebaut werden: ein Radweg auf der Brünner Straße und  einer in der Leopold-Ferstl-Gasse. Der Bestehende zwischen Katsushikastraße und Karl-Schäfer-Straße soll ausgebaut werden. 

In der Donaustadt wird der Radweg auf der Erzherzog-Karl-Straße um rund 500 m verlängert. Und am anderen Ende von Wien in Liesing soll die Infrastruktur am Liesing Platz verbessert werden. Der 1,4 km lange Radweg zwischen Atzgersdorf und Bahnhof soll auf das andere Ufer des Liesingbachs verlegt werden.   

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