Nachdem der Radfahrer den Polizisten ausgewichen war, lief ein Beamter "dem Radfahrer nach und stieß ihn während voller Fahrt zu Boden". (Symbolbild)

© APA/GEORG HOCHMUTH

Ermittlungen
11/26/2013

Radfahrer erlitt bei Planquadrat der Polizei Knochenbruch

Familienvater fühlte sich von roter Kelle nicht angesprochen und fuhr weiter - Polizist "stoppte" ihn durch Stoß.

von Nihad Amara

Thomas Müller-Hartburg ist ein sportlicher Typ. In Wien strampelt der Bauingenieur jährlich 5000 Kilometer auf seinem Fahrrad herunter. „Ohne je einen Unfall gehabt zu haben.“ Vergangenen Donnerstag, um 00.30 Uhr, kam der 56-Jährige zu Sturz – und zwar fremdverschuldet.

Wie die Stadtzeitung Falter in ihrer heute erscheinenden Ausgabe berichtet, brachte ihn just ein Freund und Helfer, ein Polizist, während eines Planquadrats zu Fall. „Absichtlich“, behauptet der Bauingenieur. Eine Polizeisprecherin erklärte gestern, es werde intern geprüft, ob der Beamte ihn gepackt oder gestoßen habe.

Rückblende: Der Wiener fährt von der Herrengasse weg, hält an einer Kreuzung in der Operngasse. Vis-à-vis beobachtet er Polizisten, einen mit einer roten Kelle. „Ich habe das nicht auf mich gedeutet.“ Das Lichtsignal sei für einen Pkw-Fahrer bestimmt, „davon ging ich aus.“

„In Football-Manier“

Er tritt in die Pedale, schert leicht links aus, um mit einem Respektabstand am Polizisten vorbeizufahren. „Alles vorschriftsmäßig“, erzählt er. Nach wenigen Metern endet seine Fahrt abrupt: „Ein anderer Beamter hat mich in Football-Manier zu Fall gebracht.“ Eine Fehlleistung? Diese Einsicht herrscht bei den Uniformierten nicht vor. Hilfe? Die bleibt aus.

Vier Mal muss der Verletzte zum Alkotest antreten. „Sie waren richtig enttäuscht, dass ich nicht zu viel hatte.“ Ausweis? Auch den hat er bei sich. Er sei dann „mit dem Nimbus eines Simulanten“ in den Rettungswagen eingestiegen. Im Spital zeigte sich ein anderes Bild: Das rechte Schlüsselbein war gebrochen, die Hüfte, der Rücken und das Sprunggelenk waren geprellt.

Laut Müller-Hartburg gibt es Zeugen. Ihm gehe es nicht um Schmerzengeld, sondern ums Prinzip: „Die Aktion ist so übers Ziel hinausgeschossen. Das darf nicht mehr passieren.“ Er sei gespannt, „wie sich der Beamte rechtfertigt“. Seine Dienstnummer werde er nie mehr vergessen.

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