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Kurz nach Eröffnung: Neuer Radweg-Belag wird wieder abgetragen

Die Pannenserie des erst im Dezember eröffneten Radwegs Alserbachstraße im 9. Bezirk setzt sich fort. Das ist der Grund dafür.
Achtung holprig! Der neue Belag wird schon weggefräst – bald kommt auch eine Künette. Die Arbeiten dauern bis Mitte Juni.

Als zehn Tage vor Weihnachten der neue Radweg in der Alserbachstraße eröffnet wurde, überschlugen sich die Politiker regelrecht in Lobeshymnen. Für Verkehrsstadträtin Ulli Sima ist die Verbindung das „persönliche Radwegoffensive-Highlight“, das zusammen mit dem klimafitten Julius-Tandler-Platz „wirklich rundum gelungen“ sei. Doch das Weihnachtsgeschenk für das Radvolk entpuppt sich nunmehr als eine Art Danaergeschenk – also etwas, das mehr Nach-, als Vorteile bringt.

KURIER-Leser kennen die pannenreiche Vorgeschichte, die nunmehr um eine Facette reicher ist: Zunächst stellte sich die aufwendig umgebaute Strecke zwischen Gürtel und Friedensbrücke in Form eines Zweirichtungsradwegs als wahre Kriechspur heraus: Grund ist die äußerst ungünstige Ampelschaltung beim Franz-Josefs-Bahnhof, die eine rote Welle zur Folge hat (und viele Radler gefährlich auf die Pkw-Fahrbahn umspuren lässt). Bei einem Test mit Stoppuhr zeigte sich, dass der neue Radweg zwar deutlich sicherer ist, man dafür aber rund doppelt so lang benötigt als früher: nämlich sieben  statt drei Minuten.

Zusätzlich werden Radler, die von der Währinger Straße kommen, in der Boltzmanngasse ausgebremst: Die dort im Zuge des Radwegbaus erneuerte Ampel erkennt oft Radfahrer nicht – weil die im Boden eingelassenen Sensoren nicht anschlagen.

Und nun folgt die nächste Hiobsbotschaft: Im Bereich zwischen Julius-Tandler-Platz und Friedensbrücke wird der nagelneue Radweg-Belag soeben wieder abgefräst; zurück bleiben nicht ganz ungefährliche Erhebungen durch die Gas-, Wasser- und Kanalanschlüsse.

Doch warum wird ein frischer Asphalt schon wieder abgetragen? Schuld sei hier ein „unterirdisches Gebrechen“ im Bereich der Wiener Netze, deshalb müsse hier aufgegraben und eine Künette geschaffen werden, erklärt Mobilitätsagentur-Sprecher Georg Brockmeyer. Da nur „nachts am Wochenende“ gearbeitet werden dürfe, werde die rund 100 Meter lange Baustelle bis „Mitte Juni“ dauern. Zudem werde es „punktuell“ weitere Künetten auf dem 900 Meter langen Radweg geben. Es heißt also, im Baustellenbereich vorsichtig – und weiter geduldig zu sein. Auch was das Comeback der „grünen Welle“ betrifft: An der werde nach wie vor gearbeitet, sagt Brockmeyer.

Grafik.

1,2 km Radweg: Der neue Zweirichtungsradweg auf der Alserbachstraße ist das Herz der verbesserten Verbindung zwischen Donaukanal (Friedensbrücke) und Gürtel: Der Abschnitt Fuchsthallergasse wurde 2024 gebaut, 2025 folgten die baulich getrennten restlichen 900 m.

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