Chronik | Wien 27.01.2015

Promi-Anwalt bestreitet Attacke auf Neunjährige

Die neun Jahre alte Jessica hatte nach der OP im Wiener AKH noch Schmerzen und erholt sich nun zu Hause © Bild: /Privat

Ermittlungen: Mutter des verletzten Mädchens hofft auf Zeugenaussage.

Jessica ist nach der angeblichen Attacke eines Wiener Anwalts wieder in ihre Heimatstadt Klagenfurt zurückgekehrt. Der Neunjährigen wurde am Samstag bei einer Geburtstagsfeier der linke Arm gebrochen – laut ihrer Aussage von einem prominenten Wiener Anwalt. Dieser sei ohne Grund ausgerastet und habe das Mädchen zu Boden geschleudert. Für die Verletzte endete die Geburtstagsparty ihrer Cousine im OP des Wiener AKH.

Der Anwalt bestreitet die Vorwürfe allerdings, wie einer seiner Vertrauten am Dienstag dem KURIER berichtete: "Mein Kollege wollte einen Streit zwischen dem Mädchen und einer Fünfjährigen schlichten. Möglicherweise ist das Mädchen dabei hingefallen. Es war aber auf keinen Fall vorsätzlich." Das Einschreiten sei nötig gewesen, weil die Neunjährige das um vier Jahre jüngere Mädchen geärgert hatte und sich dieses nicht alleine wehren konnte. Der Anwalt hat sich aufgrund der schweren Anschuldigungen nun selber einen Rechtsbeistand genommen, der ihm davon abrät, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Angreifer war "entnervt"

Jessicas Mutter, Doris Bichler, schenkt der Version des angeblichen Angreifers keinen Glauben. "Eine Mutter, die als Aufsichtsperson bei der Party war, hat die Szene beobachtet. Sie wird am Mittwoch bei der Polizei aussagen. Ich hoffe, dass dann klar wird, dass meine Tochter grundlos angegriffen wurde", erzählte die Kärntnerin. Ihre Schwester, Jessicas Tante, war die Veranstalterin der Feier. Laut Doris Bichler erzählte die, dass die fünfjährige Tochter des Anwalts die ganze Zeit gequengelt hätte, was den Vater zur Verzweiflung brachte. "Der Mann war anscheinend entnervt. Meine Tochter stand ihm im Weg", so Bichler.

Jessica erholt sich nun zu Hause von der Operation an ihrem linken Oberarm. Ein weiterer Eingriff steht dem Mädchen jedoch noch bevor – die Schrauben, die der Neunjährigen bei der OP eingesetzt wurden, müssen in Klagenfurt wieder entfernt werden.

Erstellt am 27.01.2015