Chronik | Wien
10.05.2017

Heumarkt: Flächenwidmung im Gemeinderatsausschuss abgesegnet

Am 1. Juni steht dann der Beschluss der Widmung im Plenum des Wiener Gemeinderats auf dem Programm

Das rechtliche Fundament für den Hochhaus-Bau am Wiener Heumarkt nimmt Gestalt an: Am Mittwoch ist im zuständigen Ausschuss die Flächenwidmung für das Großprojekt mit den Stimmen von Rot-Grün abgesegnet worden. Der nächste Schritt erfolgt nun am 1. Juni. Dann steht der Beschluss der Widmung im Plenum des Gemeinderates auf dem Programm.

Im Rahmen der Neugestaltung des Areals zwischen Hotel Intercontinental und Konzerthaus ist unter anderem die Errichtung eines 66-Meter-Hochhauses geplant. Das Hotel selbst wird abgerissen und neu gebaut. Die Fläche des Eislaufvereins wird erneuert, wobei zudem die Schaffung einer ganzjährig nutzbare Halle vorgesehen ist.

Dass die Regierungskoalition den Akt erfolgreich durch den Ausschuss gebracht haben, ist keine Überraschung. Denn auch nach der Urabstimmung der Wiener Grünen - die mit einer mehrheitlichen Ablehnung des Projekts endete - ist die Mehrheit für das Projekt laut derzeitigem Stand nicht gefährdet. Lediglich drei Grün-Mandatare haben angekündigt, im Gemeinderat ihre Zustimmung zu verweigern.

Proteste von Gegnern

Noch vor Beginn der Ausschusssitzung wollten einige Heumarkt-Gegner noch einmal ihren Unmut über das Hochhaus Ausdruck verleihen bzw. an die Gemeinderäte appellieren, die Flächenwidmung nicht im Ausschuss abzusegnen. Rund 30 Vertreter von Bürgerinitiativen postierten sich dafür mit Trillerpfeifen und Transparenten a la "Stadtbild schützen!" oder " Heumarkt Hochhaus = Waterloo der Grünen" vor dem Rathaus. Kurz blicken ließ sich dabei auch die nicht amtsführende FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel, die dem Grüppchen versicherte, sie und ihre Fraktion würden die Anliegen mit Kräften unterstützen.

Die Entscheidung der UNESCO steht noch aus. Sie hat bereits angedeutet, dass die Realisierung der Heumarkt-Pläne das Welterbe-Prädikat der Wiener Innenstadt eklatant gefährdet. Ein erster Schritt - also eine Aufnahme auf die Rote Liste der gefährdeten Weltkulturgüter - könnte im Sommer bei der Tagung des Welterbekomitees in Krakau gesetzt werden.

Ebenfalls auf der Tagesordnung der heutigen Sitzung stand die Beschlussfassung über den städtebaulichen Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor Wertinvest. Diesem hat auch die ÖVP zugestimmt, wie ein Sprecher bestätigte.