Nach dem spektakulären Einbruch in Wien: Das Geschäftslokal von Giambra ist leer geräumt.

© KURIER/Jürg Christandl

Mehrere Coups
09/12/2014

Profi-Einbrecher bei Modedesignern

Maurizio Giambra, Designer der ROMY-Preisträger, wurde Kollektion um 150.000 Euro gestohlen.

von Dominik Schreiber

Es ist nichts mehr da. Gar nichts mehr", sagt Maurizio Giambra verzweifelt am Telefon. Während der Designer derzeit in Istanbul ist, plünderte offenbar eine Profi-Bande sein Geschäft in der Lange Gasse in Wien-Josefstadt. Designermode – vor allem Abendgarderobe – im Wert von mindestens 150.000 Euro wurden erbeutet.

Die kriminelle Gruppierung ging dabei äußerst professionell vor. Von einer Seitengasse schnitten sie offenbar mit einem Diamantschneider in eine Glasscheibe. Durch das Loch kletterten die Täter in das Geschäft und nahmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest war. Nur mehr in der Auslage blieben einzelne Stücke zurück. Die gesamte Herbst- und Winterkollektion ist vermutlich längst im Ausland.

Das Landeskriminalamt Wien hat indes die Ermittlungen übernommen. Am Freitag war ein sogenanntes TOP-Team mit Spezialisten der Polizei im Einsatz, um die Spuren am Tatort zu sichern.

Der Italiener Giambra zählt Prominente wie etwa die Schauspielerinnen Adele Neuhauser und Nina Proll oder die bekannte Sängerin Doretta Carter zu seinem Kundenkreis. Bei der Verleihung des TV-Preises ROMY war er 2012 der Ausstatter von Neuhauser, die es mit ihrem raffinierten Kleid sogar auf die Titelseite des KURIER schaffte.

Organisierte Bande?

Offenbar treibt derzeit eine organisierte Bande in Wien ihr Unwesen, die es auf derartige Top-Designer abgesehen hat. Erst zu Pfingsten war eine Kollegin von Giambra ebenfalls zum Opfer der Gruppe geworden. Sie hat ebenfalls ein Geschäft in Wien-Josefstadt. Wie Giambra zählt auch diese Designerin einige Promis zu ihren Kunden – etwa einen Kabarettisten, eine Bezirksvorsteherin und eine heimische Autorin.

"Es war grauslich, alles war weg", sagt die Designerin. Sie bittet allerdings um strikte Anonymität. Seit dem Einbruch ist sie misstrauisch geworden. Das Vorgehen bei ihr war jedenfalls sehr ähnlich wie bei dem aktuellen Coup in der Lange Gasse. Auch die Schadenssumme bewegt sich in einer ähnlichen Größenordnung, bestätigt sie.

"Die Ermittler haben mir gesagt, dass da eine Profi-Gruppe unterwegs ist", erklärt die Frau. Die Polizei hält derartige spektakuläre Einbrüche (oder wie zuletzt einen Millionen-Kunstdiebstahl) allerdings derzeit geheim. Diese Fälle werden nur durch Indiskretionen oder bei spektakulären Festnahme-Erfolgen Wochen oder Monate später bekannt.

Zu den Ermittlungen im Fall der Einbrüche bei den Modedesignern, gibt es offiziell keine Details. Daher ist unklar, was mit den erbeuteten Designerstücken passiert ist. Die beiden Opfer vermuten jedenfalls, dass die gestohlenen Waren "irgendwo im Osten" zu Geld gemacht werden. Es handelt sich nämlich durchwegs um in Österreich unverkäufliche Einzelstücke.

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