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Neue Präzisionsoperation bei Prostatakrebs an MedUni und AKH Wien

Dank neuen chirurgischen Ansatzes ist die Entfernung der Prostata nicht mehr automatisch im Mittelpunkt.
Ein Krankenhaus von außen

An der Universitätsklinik für Urologie von MedUni und AKH Wien wird im Rahmen einer Studie bei ausgewählten Patienten mit Prostatakrebs eine neue robotisch unterstützte Operationsstrategie eingesetzt: Dabei wird nicht mehr die gesamte Prostata entfernt, vielmehr wird der Tumor gezielt behandelt. Im Mittelpunkt stehen damit nicht nur die Tumorkontrolle und onkologische Sicherheit, sondern auch jene Ergebnisse, die für Patienten nach der Operation besonders wichtig sind: Kontinenz, sexuelle Funktion und Lebensqualität.

Möglich wurde dieser Ansatz durch mehrere Fortschritte der vergangenen Jahre: Prostatakrebs wird heute häufiger früher erkannt. Moderne anatomische und funktionelle Bildgebung erlaubt eine wesentlich präzisere Darstellung von Lage und Ausdehnung des Tumors. 

Was früher technisch kaum möglich war, kann heute bei sorgfältig ausgewählten Patienten geprüft und umgesetzt werden.

„Wir erleben hier einen echten Wandel in der Prostatakrebschirurgie. Über Jahrzehnte hinweg war die radikale Entfernung der gesamten Prostata der Standard. Mit der neuen Präzisionsoperation können wir bei sorgfältig ausgewählten Patienten einen anderen Weg gehen: Wir behandeln den Tumor mit einem Sicherheitsrand und versuchen gleichzeitig, möglichst viel gesundes Gewebe und möglichst viele Funktionen zu erhalten“, sagt Shahrokh F. Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie sowie des Comprehensive Cancer Centers von MedUni Wien und AKH Wien.

Entwicklung wie bei Brustkrebs

Die neue präzise, prostataerhaltende Operation bei Prostatakrebs folgt einem Paradigmenwechsel, der bereits aus der Brustkrebstherapie bekannt ist. Vergleichbar sei dies mit der Entwicklung von der vollständigen Brustentfernung (radikale Mastektomie) zur sogenannten Lumpektomie, bei der nur der Tumor mit einem Sicherheitsrand entfernt wird und die Brust erhalten bleibt, so Shariat.

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Shahrokh F. Shariat, Leiter der Universitätsklinik für Urologie sowie des Comprehensive Cancer Centers von MedUni Wien und AKH Wien.

Erstes Zentrum außerhalb der USA

Die der Methode zugrunde liegende Technik wurde in New York entwickelt. Die Universitätsklinik für Urologie von MedUni und AKH Wien ist das erste Zentrum weltweit außerhalb der USA, das dieses Verfahren umsetzt. Zur Unterstützung besucht ein spezialisiertes Team aus New York unter der Leitung von Mani Menon die Universitätsklinik in Wien. Gemeinsam wird die Einführung der Methode wissenschaftlich evaluiert. „Dieses Verfahren steht für eine neue chirurgische Präzision. Entscheidend sind die sehr sorgfältige Auswahl geeigneter Patienten, die exakte präoperative Bildgebung und die technisch hochpräzise robotisch unterstützte Umsetzung im Operationssaal“, sagt Mesut Remzi, stellvertretender Leiter der Universitätsklinik für Urologie.

Die neue Methode wird von einem spezialisierten Team um Shahrokh F. Shariat, Mesut Remzi, Christian Seitz und Nicolas Hübner weiterentwickelt und angewendet.

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