Frauen in Technik: Wien Energie erhält AmaZone-Award 2026
Hatice Bakic hat beruflich schon einiges ausprobiert: Sie hat eine Ausbildung in der Buchhaltung und war MRT-Assistentin. Doch der Traumberuf war nicht dabei, bis sie die Lehre zur Kälteanlagentechnikerin bei Wien Energie startete. Heute ist die 25-Jährige im dritten Lehrjahr: „Ich mag die Herausforderung, weil jeder Tag anders ist. Das hat mir bisher gefehlt“, sagt sie zum KURIER. Entschieden hat sie sich für diese Ausbildung, nachdem sie online bei Wien Energie ein Foto mit Mitarbeiterinnen gesehen hat. „Ich hatte immer schon Interesse an einem technischen Beruf, aber habe mich dann doch nicht so wohlgefühlt“, erzählt sie bei einem Rundgang im Unternehmen. Heute sei sie „mehr als zufrieden“ mit ihrer Entscheidung.
Tigist Bolland und Hatice Bakic sind Lehrlinge bei Wien Energie
40 Prozent Frauenanteil in der Lehre
Hatice ist eine von 134 weiblichen Lehrlingen bei Wien Energie. Im Unternehmen gibt es einen Frauenanteil von 40 Prozent in technischen Lehrberufen. Deshalb bekamen sie den „AmaZone-Award“ vom Verein Sprungbrett verliehen. Die Auszeichnung wurde zum 30. Mal vergeben. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung für Unternehmen, die sich in der Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen in technischen und handwerklichen Berufen besonders engagieren.
Ausgezeichnet wurden außerdem Effenberg Holz Design Wohnen, Liebert Elektrotechnik, Siemens Energy und das Volkstheater.
„Überholte Klischees und Rollenbilder dürfen bei der Berufswahl keine Rolle spielen“, sagte Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) über die Auszeichnung. „Technische Berufe sind für alle da. Der Award bestätigt unseren Weg, denn für Herausforderungen wie die Dekarbonisierung brauchen wir alle klugen Köpfe - unabhängig vom Geschlecht“, so Alma Kahler, Geschäftsführerin von Wien Energie.
Tigist Bolland ist einer dieser Köpfe: „Was ich am meisten mag, ist, dass man sofort sieht, etwa wenn das Licht angeht, dass man etwas getan hat“, sagt sie über ihre Lehre für Elektrotechnik für Anlagen und Betriebstechnik. Die 25-Jährige habe davor in der Gastronomie gearbeitet, aber wollte einen technischen Beruf ausüben. Bei Wien Energie fühle sie sich sehr wohl - weshalb sie ihren Wechsel als richtige Entscheidung sehe.
Es sei wichtig, Frauen für handwerkliche und technische Berufe zu begeistern und zu fördern, so Katharina Luger, stellv. Landesgeschäftsführerin des AMS Wien. Zuspruch gab es auch von Waff-Geschäftsführer Marko Miloradovic für die Auszeichnung von Wien Energie: „Das ist ein vielversprechender Weg, der die technische Lehrausbildung für Frauen attraktiv macht und der gehört vor den Vorhang geholt.“
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