Polizeihunde stehen in Wien 12.000-mal jährlich im Einsatz
In einer Wohnung in der Inneren Stadt wurden Mitte Juli Waffen gefunden. Zahlreiche, nicht registrierte Langwaffen. Diensthundeführer David G. erfuhr von dem Einsatz nur zufällig im Polizeifunk und meldete sich – und seine Hündin „Karla“ – dazu. Aus Neugier darüber, ob es vielleicht noch mehr zu finden gibt. Und tatsächlich, am Einsatzort angelangt, erschnüffelte der niederländische Schäferhund 15.000 Schuss Munition – die der Verdächtige gut im Boden eines großen Kastens versteckt hatte.
"Karla" mit ihrem Diensthundeführer David G.
Was klingt wie ein Glücksfund, ist bei der Wiener Polizeidiensthundeeinheit (PDHE) kein Einzelfall. Auch „Chaos“, einem großen Belgischen Schäferhund-Rüden, ist es im April gelungen, in einem Wohnhaus im Penzinger Bezirksteil Baumgarten eine bereits mumifizierte Leiche zu erschnüffeln. „Für uns Menschen war der Geruch im Stiegenhaus nicht wahrnehmbar“, schildert Diensthundeführerin Alexandra P.. „Chaos“ aber zeigte nicht nur im Stiegenhaus die richtige Wohnungstür an, sondern fand dann auch die mumifizierte Leiche, die in Plastik eingewickelt war und in einer Bettlade lag. „In der Wohnung waren auch schon Räucherstäbchen aufgestellt, um den Geruch zu übertünchen“, ergänzt der Kommandant der Diensthundeeinheit, Gabriel Berkes. „Aber es ist eben so: Wir Menschen haben rund 2,5 Millionen Geruchszellen, Hunde 300 Millionen.“
Leichenspürhund „Chaos“ erspürt Blut sogar auf Metall.
Spezialausbildungen
Und die macht sich die Diensthundeeinheit zunutze. Grundsätzlich werden die Tiere immer „dual“ ausgebildet, wie es die Polizei nennt. Das heißt übersetzt: Zunächst werden alle Hunde zwei Jahre lang zum Schutzhund erzogen. Sie können anschließend bei Demonstrationen, Fahndungen, Festnahmen und Ähnlichem eingesetzt werden. Danach erhalten die Tiere noch eine von sieben Spezialausbildungen: etwa zum Suchtmittelspürhund, zum Leichen- und Blutspürhund oder zum Brandmittelspürhund. Welche Spezialausbildung der jeweilige Hund erhält, entscheidet letztlich der Bedarf: „Im Endeffekt ist es dem Hund egal, wonach er sucht“, sagt Berkes. Auf die Wünsche des Hundeführers werde so weit wie möglich aber schon Rücksicht genommen.
Welche Spezialausbildung „Ferox“ – ein fünf Monate alter Belgischer Schäferhundwelpe und Neuzugang bei der Polizei – erhält, ist deshalb noch offen. Er ist einer von 13 derzeit in Ausbildung befindlichen Diensthunden.
Der fünf Monate alte „Ferox“ wird derzeit ausgebildet.
Fertig ausgebildete Diensthunde gibt es derzeit übrigens 67, die auf 74 Diensthundeführer kommen, wird berichtet. Gemeinsam bestreiten sie in Wien jährlich rund 12.000 Einsätze.
Eine Frage des Namens
Bleibt also eigentlich nur noch eine Frage offen: Wer sucht die Namen der Hunde aus? Meist die Hundeführer, sagt Berkes. Hin und wieder komme der Hund aber auch schon mit einem Namen vom Züchter. Bei „Karla“ etwa ist das der Fall. Ihr offizieller Name ist nämlich „Karla von de Stoabeissa“. Ihr Hundeführer aber nennt die vierjährige Hündin „Chili“.
Prinzipiell sei im Bereich der Namen mittlerweile viel möglich, sagt Berkes. Aber eben nicht alles. Respektabel sollte der Name schon sein, sagt der Chef der Einheit scherzhaft.
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